Agility Robotics: Humanoids für Arbeitskräfteengpass
Agility Robotics zielt darauf ab, mit humanoiden Robotern dringende Arbeitskräfteengpässe in der Fertigungsindustrie zu lösen. Während andere Unternehmen wie Boston Dynamics oft mit akrobatischen Demos Aufmerksamkeit erregen, konzentriert sich das Startup aus Oregon auf praktische Anwendungen in Fabriken. Sein Roboter namens Digit wird bereits bei großen Firmen wie Amazon, Schaeffler und dem Logistikdienstleister GXO eingesetzt. Im Februar kündigte das Unternehmen an, dass in Kürze ebenfalls drei Einheiten in einer großen Toyota-Fabrik in Kanada arbeiten werden, was erneut zeigt, dass Automobilhersteller auf bipedale Roboter setzen. Daniel Diez, der geschäftsführende Vorsitzende von Agility Robotics, stellt fest, dass das Problem global einheitlich ist. Ob in Deutschland, Südkorea, Japan oder den USA: Hersteller finden einfach nicht genügend Arbeitskräfte für eintönige, sich wiederholende physische Aufgaben. Laut Daten der US-Behörde für Arbeitsstatistik gab es im Dezember 2025 allein in den Vereinigten Staaten über 400.000 freie Stellen in diesem Sektor. Zudem bleibt die Bindung von Fachkräften eine der größten Sorgen. Laut einer Umfrage des Manufacturing Institute und von Deloitte aus dem Jahr 2024 leiden viele Unternehmen unter diesen Herausforderungen. Ein wesentlicher Faktor für die Situation ist die Alterung der Belegschaft. Ein signifikanter Teil der Arbeitskräfte in der Fertigung ist 55 Jahre oder älter und steht kurz vor dem Ruhestand. Dies wird durch den demografischen Wandel noch verstärkt. Hinzu kommt die Politik der aktuellen US-Regierung unter Donald Trump, die darauf abzielt, die Fertigungsindustrie zurück nach Amerika zu holen. Diey betont, dass diese Verlagerung der Produktion nur durch eine Kombination aus menschlicher Beschäftigung und Automatisierungstechnologien möglich sein wird. Ohne Roboter könne das Wachstum durch den fehlenden Arbeitskräftenachschub nicht gedeckt werden. Automobilhersteller wie Tesla, Volkswagen, Ford, Mercedes-Benz und Hyundai investieren bereits massiv in humane Roboter, um diese Lücken in den kommenden Jahren zu schließen. Auch Boston Dynamics plant den Einsatz seines humanoiden Roboters Atlas in einer Hyundai-Fabrik in den USA. Der ehemalige Geschäftsführer von Boston Dynamics, Robert Playter, erklärte bereits früher, dass das Unternehmen Unternehmen dabei unterstützen wolle, sich auf die sinkende Bevölkerungszahl und die steigende Nachfrage an Produkten vorzubereiten. Ein entscheidender Vorteil humanoider Roboter besteht in ihrer Anpassungsfähigkeit. Da viele bestehende Fabriken, sogenannte Brownfield-Anlagen, auf menschliche Maße und Bewegungsmuster ausgelegt sind, passt sich der Zweibein- und Zweihand-Aufbau besser an bestehende Strukturen an als andere Robotertypen. Manufacturers müssen die Anlagenlayouts nicht grundlegend verändern, um die Roboter einzusetzen. Diez vermerkt, dass Branchen mit sich wiederholenden Aufgaben wie Lagerlogistik, E-Commerce-Erfüllung, Automobilbau und pharmazeutische Fertigung besonders offen für diese Technologie sind. Die Nachfrage übersteigt mittlerweile die Bereitschaft des Unternehmens, mehr Geräte zu liefern, da die Unternehmen die Notwendigkeit der Technologie bereits erkannt haben.
