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PwC sucht Tech-Talente – findet aber keine.

PwC steht vor einer tiefgreifenden Veränderung in seiner Personalstrategie, da die Firma immer mehr technisches Talent benötigt – aber kaum findet. Mohamed Kande, globaler Vorsitzender von PwC, bestätigte gegenüber der BBC, dass das Unternehmen „hunderte von Ingenieuren“ suche, es aber nicht schaffe, die benötigten Fachkräfte zu finden. Dies spiegelt einen generellen Trend in der Beratungsbranche wider, in der traditionell kritische Denker und Kommunikatoren im Fokus standen, nun aber Technologen in hohem Maße gefragt sind. Große Beratungshäuser wie Accenture und EY haben in den letzten Jahren massiv in KI- und Datenexperten investiert: Accenture hat in zwei Jahren fast 40.000 solche Fachkräfte eingestellt, EY sogar 61.000 seit 2023. Die Nachfrage entsteht aus dem Wandel der Dienstleistungen: Strategieberatung, die einst den Kern der Arbeit ausmachte, macht heute nur noch etwa 20 Prozent von McKinseys Aufgaben aus. Stattdessen dominieren nun langfristige Transformationsprojekte und die Umsetzung von Technologien wie KI – ein Trend, den auch PwC verfolgt. Kande betonte, dass die Beratung von Kunden bei der Implementierung von KI zentral für die zukünftige Strategie des Unternehmens sei. In Reaktion auf den Mangel an qualifiziertem Personal und die rasanten technologischen Entwicklungen hat PwC US geplant, die Einstellung von Nachwuchskräften in den nächsten drei Jahren um ein Drittel zu reduzieren. Ein interner Präsentationsfolie aus August 2024 belegte, dass die Kürzungen auf „Transformationsbemühungen, den Einfluss von KI und die Integration der Acceleration Centers“ zurückzuführen seien – jene Offshoring-Hubs, die PwC als zentrale Infrastruktur für die digitale Transformation nutzt. Auch PwC UK hat 2024 die Einstellung von Einsteigern um 200 reduziert, was der UK-Chef Marco Amitrano auf die Wirkung von KI und eine schwache Wirtschaftslage zurückführte. 2021 hatte PwC unter Bob Moritz ein Ziel von 100.000 neuen Mitarbeitern bis Mitte 2026 angekündigt. Aktuell fehlen noch rund 40.000 Mitarbeiter, doch Kande räumte ein, dass dieses Ziel aufgrund der veränderten globalen und technologischen Landschaft nicht mehr erreichbar sei. „Die Welt sah damals ganz anders aus“, sagte er. In der Branche wird die Entwicklung als notwendige, aber herausfordernde Anpassung gesehen. Experten betonen, dass die Beratungsindustrie auf dem Weg ist, sich von einer Beratungsfirma zu einer Technologie- und Implementationsplattform zu entwickeln. Die Kürzungen bei Einsteigern signalisieren, dass die Firma nicht mehr auf reine Graduiertenrekrutierung setzt, sondern gezielt auf spezifische technische Fähigkeiten setzt – auch wenn das den Zugang zu jungen Talenten einschränkt. PwC versucht, den Wandel durch interne Upskilling und die Nutzung von KI in der Arbeitsabwicklung zu kompensieren, doch der Mangel an verfügbarem technischem Know-how bleibt eine zentrale Herausforderung. Die Firma muss nun balancieren zwischen Innovation, Effizienz und der Bewältigung eines globalen Fachkräftemangels.

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