Japan und NVIDIA starten erste nationale AI-Infrastruktur
Japan hat gemeinsam mit NVIDIA und Noetra Corp. die weltweit erste nationale KI-Infrastruktur für den Bereich der Physikalischen KI in Betrieb genommen. Die Initiative, die vom japanischen Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) getragen wird, etabliert einen leistungsstarken Rechenpark zur Stärkung des nationalen Technologieökosystems und bildet das technische Fundament für das FRONTia-Projekt zur Entwicklung multimodaler Foundation Models. Die KI-Fabrik von Noetra setzt auf die NVIDIA Vera Rubin Architektur und umfasst 13.750 NVIDIA Vera-Prozessoren sowie 27.500 NVIDIA Rubin-Grafikprozessoren. Die Anlage basiert auf NVL72-Racks des NVIDIA DSX-Referenzdesigns und ist über das NVIDIA Spectrum-X-Ethernet-Netzwerk mit BlueField-DPUs vernetzt. Mit einer Gesamtkapazität von 140 Megawatt ermöglicht die Infrastruktur das Training von KI-Modellen mit über einer Billion Parametern. Durch die enge Hardware- und Softwareintegration werden Token-Kosten signifikant gesenkt und massive Skalierungseffizienz erzielt. Ziel des FRONTia-Projekts ist die Entwicklung hochzuverlässiger, multimodaler KI-Modelle für Robotik und Physikalische KI. Dabei kombiniert Japan jahrzehntelange Fertigungsexpertise mit Echtzeit-Industriedaten und strategischen Partnerschaften. Die vortrainierten Modellgewichte von Noetra sowie bewährte Open-Source-Softwarelösungen wie NVIDIA Nemotron, Cosmos, Isaac GR00T und NeMo werden flächendeckend japanischen Forschern und Unternehmen zugänglich gemacht. Dies beschleunigt gezielt den Einsatz agenterischer KI-Anwendungen in Produktion, Logistik, Gesundheitswesen und Telekommunikation. Der japanische Handelsminister Ryosei Akazawa würdigte die Initiative als Kernbaustein der nationalen Physikalischen KI. Jensen Huang, CEO von NVIDIA, betonte, Japan habe die moderne Fertigung geprägt und rüste sich nun mit KI-Fabriken für die nächste industrielle Revolution. Hironobu Tamba, CEO von Noetra, verwies darauf, dass die Realisierung von Physikalischer KI massive Rechenressourcen und offenen Wissensaustausch erfordere, die über die Kapazitäten einzelner Konzerne hinausgehen. Langfristig dient die Anlage der Umsetzung der japanischen KI-Robotik-Strategie vom März, die vorsieht, bis 2040 mehr als 30 Prozent des globalen KI-Robotik-Marktes zu bedienen. Dies entspricht einem geschätzten Volumen von 133 Milliarden US-Dollar. Die expandierende KI-Fabrik positioniert Japan als führenden Standort für intelligente Fertigung, stellt weltweit konkurrenzfähige Trainingsumgebungen bereit und festigt durch die offene Modellweitergabe die internationale Wettbewerbsfähigkeit der japanischen Tech-Branche.
