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Jobscams nutzen Angst und Hoffnung auf Arbeit

Zwei Jahre nach ihrem Abschluss an der Spitze ihrer Klasse verlor Amisha Datta, 26, 4.300 US-Dollar an einen Jobbetrug, der über LinkedIn begann. Die ehemalige Studentin aus Detroit hatte eine Stelle als Transkribentin für einen scheinbar legitimen Schulverband in Oklahoma gefunden – den Five Star InterLocal Cooperative. Nach einer scheinbar professionellen Kommunikation mit einem angeblichen Recruiter, der sich über eine ähnliche E-Mail-Adresse wie die des Unternehmens meldete, erhielt sie eine „Einstellungsbestätigung“ und ein Scheck in Höhe von 4.300 Dollar, um einen Laptop zu kaufen. Datta folgte den Anweisungen, überwies das Geld per Überweisung und erhielt weder Gerät noch Arbeit. Kurz darauf wurde der Scheck als gefälscht erkannt, und das Geld wurde von ihrem Konto zurückgebucht – ihre eigene Summe war verloren. Die Erfahrung war für sie eine Mischung aus Schock, Wut, Scham und Isolation. Auch Brenda Smith, 56, eine Hochschulangestellte mit Masterabschluss, wurde Opfer eines ähnlichen Betrugs. Über LinkedIn meldete sich ein angeblicher Recruiter von Robert Half, der sie für eine „Data Annotation“-Stelle bei der Firma DataAnnotation vermittelte – eine Tätigkeit, die eigentlich im Bereich KI-Training liegt. Doch die Aufgabe war eine Falle: Smith wurde aufgefordert, über eine Kryptowährungs-App Geld einzuzahlen, um „Einkünfte“ zu generieren. Mit freundlichen Nachrichten, persönlichen Geschichten und emotionaler Manipulation (einschließlich Fotos von einer angeblichen Tochter) wurde sie in die Abhängigkeit getrieben. Als sie aufhören wollte, wurde sie erneut überredet, weitere Summen zu zahlen – bis zu 2.000 Dollar – mit der Versicherung, dass sie dann endlich ausbezahlt würde. Schließlich erkannte sie die Betrugsmasche, doch ihr Geld war längst verloren. Beide Frauen waren gut ausgebildet, vertrauten auf vertraute Plattformen wie LinkedIn und wurden dennoch getäuscht. Die Zahl solcher Betrugsfälle ist seit 2020 dramatisch angestiegen: Laut der Federal Trade Commission (FTC) stieg der Schaden aus Jobbetrug von 90 Millionen auf 501 Millionen Dollar zwischen 2020 und 2024. Gleichzeitig hat die Zahl der Meldungen sich verdreifacht. Experten wie Lisa Plaggemier von der National Cybersecurity Alliance sehen darin eine direkte Folge der Kombination aus einem angespannten Arbeitsmarkt und der Verfügbarkeit kostengünstiger KI-Tools, die es Betrügern ermöglichen, überzeugende Fake-Websites, E-Mails und sogar personalisierte Chat-Interaktionen zu erstellen. LinkedIn, das als Plattform für seriöse Jobs gilt, wird zunehmend missbraucht. Obwohl das Unternehmen Maßnahmen ergreift – wie die Überprüfung von Recruiting-Titeln und das automatische Entfernen von verdächtigen Inhalten – bleibt die Gefahr groß. Scammer nutzen die Verzweiflung von Jobsuchenden, die unter Überangebot an Bewerbungen, automatisierten Filtern und stagnierenden Stellen leiden. Besonders anfällig sind junge Absolventen wie Datta, aber auch Erwachsene in schwierigen Lebenssituationen. Die Folgen reichen weit über finanzielle Verluste hinaus: Datta wurde Opfer von Identitätsdiebstahl, da jemand ihre Daten für betrügerische Steuererklärungen missbrauchte. Die Polizei hatte ihren Bericht nicht aufgenommen, was den Zugang zu rechtlichen Schritten blockierte. Ihre Erfahrung wurde zum Anlass, an der Texas A&M University Jurastudium zu beginnen. Beide Frauen wollen nun durch ihre Geschichte aufklären und andere vor solchen Betrügern warnen. Die zunehmende Professionalität der Betrüger – mit echten LLCs, gefälschten Websites und emotionaler Manipulation – macht die Erkennung immer schwieriger. Die Warnung ist klar: Vertrauen auf Plattformen wie LinkedIn reicht nicht mehr. Vorsicht, ungewöhnliche Zahlungsweisen (wie Überweisungen oder Kryptowährung) und emotionale Drucktechniken sind Warnsignale. Die Kombination aus wirtschaftlicher Unsicherheit und technologischer Weiterentwicklung schafft ideale Bedingungen für Betrug – und zeigt, dass der Kampf gegen digitale Kriminalität eine gesellschaftliche Herausforderung ist.

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