Claude Code ignoriert AGENTS.md ohne Telemetrie
Anthropic hat mit der Version 2.1.277 von Claude Code die automatische Erkennung von Konfigurationsdateien namens AGENTS.md eingeführt. Der geplante Funktionsumfang sieht vor, dass das Tool diese Datei liest, sofern keine CLAUDE.md vorhanden ist. Nutzerberichte und das Issue #95690 zeigen jedoch, dass die Implementierung aktuell nur aktiv ist, wenn die Telemetrieübermittlung aktiviert ist. Der Grund liegt in einem eingebetteten Plugin namens agents-md, dessen Aktivierung standardmäßig auf deaktiviert steht und zudem von einer externen Feature-Flag-Abfrage namens tengu_agents_md_mod abhängt. Fällt diese Serverabfrage aus oder wird standardmäßig mit falsch bewertet, bleibt das Plugin inaktiv. Dies führt dazu, dass lokale Markdown-Dateien nicht gelesen werden, ohne dass das System eine Warnung ausgibt. Die Störung betrifft vor allem Entwickler, die datenschutzorientiert arbeiten oder Claude Code über Drittanbieter-Gateways wie AWS Bedrock oder Google Vertex einbinden, wo nicht essentielle Netzwerkanfragen häufig unterbunden werden. Da keine Rückmeldung zum Ausfall der Datei ausgegeben wird, gehen viele Nutzer fälschlicherweise von fehlerhaften Prompt-Eingaben oder Modellverhalten aus, anstatt dass die Konfigurationsdatei schlichtweg ignoriert wird. Als temporäre Lösung empfehlen Community-Mitglieder, eine minimale CLAUDE.md anzulegen, die über den @path-Import direkt auf die AGENTS.md verweist. Dieser Workaround umgeht die Feature-Flag-Abfrage, widerspricht jedoch dem ursprünglichen Ziel, konfigurierende Dateien zu vereinfachen. Kritiker bemängeln, dass eine Datenschutz-Einstellung nicht unbemerkt lokale Funktionsweisen deaktivieren sollte. Zumal die Abfrage eines externen Schalters für das Lesen einer lokalen Datei technisch unnötig ist. Die Entwicklergemeinschaft fordert daher dringend, dass das Tool bei nicht erreichbaren Feature-Flags entweder auf das dokumentierte Standardverhalten zurückgreift oder eine transparente Fehlermeldung auswirft, die den Grund für das Auslassen der Konfigurationsdatei offenlegt. Bis zu einer seitens Anthropic vorgenommenen Korrektur bleibt die umständliche Konfiguration der Notbehelf für viele Professional-User.
