Meta stellt „unsichtbare Chats" vor und behauptet: „Selbst Meta kann die Nutzerdialoge nicht lesen."
Der Meta-Chef Mark Zuckerberg hat kürzlich die offizielle Einführung der neuen „Inkognito-Chat"-Funktion („Incognito Chat") seines Unternehmens angekündigt und diese als das erste Mainstream-KI-Produkt bezeichnet, bei dem Benutzerdialoge nicht auf Servern gespeichert werden. Im Gegensatz zu den „Inkognito-Modi" herkömmlicher KI-Chattools betont Meta, dass seine Version Ende-zu-Ende-Verschlüsselungstechnologien einsetzt – wobei diese Funktion derzeit noch in Instagram-Direktnachrichten deaktiviert ist. Zuckerberg erklärte: „Die Inkognito-Modi anderer Anwendungen können weiterhin Ihre eingegebenen Fragen und erhaltenen Antworten sehen, während der Inkognito-Chat von Meta AI echte Privatsphäre bietet – niemand, auch Meta selbst nicht, kann Ihre Gespräche lesen." Zum Vergleich sind die Datenaufbewahrungsrichtlinien der Wettbewerber deutlich länger: Google gibt an, Daten im temporären Gemini-Chat bis zu 72 Stunden lang zu speichern; der temporäre Chat von ChatGPT speichert Dialoge für 30 Tage; der Inkognito-Chat von Claude bewahrt sie mindestens 30 Tage auf. Anthropic und OpenAI haben auf Anfragen zur Stellungnahme vorerst keine Antwort gegeben. Dieser Streit um Datenschutz ist keineswegs unbegründet. ChatGPT-Dialogverläufe bildeten bereits in mehreren Klagen zentrale Beweismittel – darunter beim Massaker am Timber Ridge in Kanada, dem Schusswechsel an der Florida State University sowie in einem vom New York Times eingereichten Rechtsstreit, bei dem Gerichte angeordnet haben, die betreffenden Chats „unbefristet" aufzubewahren. Auch Google sieht sich mit rechtlichen Auseinandersetzungen konfrontiert: Die Angehörigen eines 36-jährigen Mannes werfen Gemini vor, ihm eine Reihe von „Aufgaben" empfohlen zu haben, was letztlich zu seinem Tod führte. Wie berichtet basiert die Inkognito-Chat-Funktion von Meta auf ihrer Technologie namens „Privates Verarbeiten" („Private Processing"), die 2025 eingeführt wurde und bereits in WhatsApp eingesetzt wird. Sie soll innerhalb der nächsten Monate schrittweise sowohl auf WhatsApp als auch auf den Meta-AI-Anwendungen ausgeweitet werden.
