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NASA testet Rover-Autonomie für Mond und Mars

Die NASA hat mit dem Prototypen ERNEST (Exploration Rover for Navigating Extreme Sloped Terrain) im kalifornischen Colorado-Desert erfolgreich Geländesysteme für zukünftige Mond- und Marsmissionen getestet. Das vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) entwickelte vierstufige Fahrzeug hat im Rahmen eines mehrwöchigen Feldtests 26 Kilometer zurückgelegt und dabei Spitzengeschwindigkeiten von bis zu einem Kilometer pro Stunde erreicht – ein Wert, der die aktuellen Mars-Rover um ein Vielfaches übertrifft. Der Test dient der Validierung neuer Mobilitätsmechaniken und autonomer Navigationssoftware, die in künftigen Langstreckenmissionen zum Einsatz kommen sollen. Im Gegensatz zu den bewährten Passivsystemen der bisherigen Mars-Explorationsfahrzeuge nutzt ERNEST eine aktive Gelenkaufhängung mit zwei angetriebenen Vorschubstellen. Diese ermöglicht dem Rover eine dynamische Gewichtsverteilung auf die vier Lenkräder, seitliches Fahren und unterschiedliche Fortbewegungsmuster wie Kriech- oder Klettermodi. Ein Kupplungsmechanismus erlaubt den Wechsel zwischen dem terrainspezifischen Aktiveinsatz und einem energieeffizienteren passiven Modus. Nach der Fertigstellung der Hardware im September 2024 durchlief das System zunächst eine intensive Schulung in virtuellen Umgebungen am JPL. Mithilfe von Reinforcement Learning, einem Verfahren des maschinellen Lernens, trainierten die Forscher das Fahrzeug in tausenden Simulationsschleifen auf unvorhergesehenes Terrain. Dabei wurden Daten realer Fahrten in die KI-Modelle eingespeist, bis ERNEST Hindernisse eigenständig klassifizieren und bewältigen konnte. Die Testkampagne, geleitet vom Autonome-System-Techologen Issa Nesnas unter der Gesamtverantwortung von Hari Nayar, bestätigte die Praxistauglichkeit der Architektur. Das vier Meter lange Demonstrationsfahrzeug navigierte ohne menschliches Zutun über Sandwellen, Geröllansammlungen und steile Hänge. Die gewonnene Datenbasis fließt nun in die Konzeptphase eines zwei Mal größeren Serienfahrzeugs ein, das speziell für extreme Distanzen und wechselhafte Lichtbedingungen auf dem Erdmond konzipiert ist. Die NASA bewertet ERNEST als entscheidenden Baustein für wissenschaftliche Langstreckenmissionen, die bisher unzugängliche Regionen des Roten Planeten und des Mondes erforschen sollen. Mit der Kombination aus adaptiver Mechanik und hochentwickelter Autonomie soll die Effizienz planetaryscher Erkundung signifikant gesteigert werden.

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