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Hollywood setzt auf Kurzformvideos, um TikTok und YouTube zu kontern

Hollywood-Größen wie Netflix, Disney und NBCUniversal setzen zunehmend auf Kurzform-Video, um angesichts des Erfolgs von TikTok und YouTube Shorts die Aufmerksamkeit von Zuschauern zurückzugewinnen. Die Inhalte, meist vertikal angeordnet und für Smartphones optimiert, sollen die Kurzzeit-Attention-Spanne der Nutzer ansprechen und tägliche Interaktionen fördern – ein entscheidender Vorteil im Wettbewerb um mobile Nutzung. Laut Mark Zuckerberg generieren Reels von Meta bereits jährlich 50 Milliarden Dollar Umsatz, während YouTube Shorts täglich über 200 Milliarden Aufrufe verzeichnen. Streaming-Dienste erkennen, dass Engagement nicht mehr allein durch lange Sitzungen, sondern durch häufige, kurze Interaktionen entsteht – und dafür ist das Smartphone die Schlüsselplattform. Netflix testet seit Mai 2024 eine neue vertikale Video-Form, die Clips aus Serien wie „Bridgerton“ oder die Reality-Show mit Social-Media-Star Alix Earle enthält. Obwohl der frühere Versuch „Fast Laughs“ 2021 nicht anhielt, gibt Netflix nicht auf und will durch A/B-Tests herausfinden, welche Inhalte und Layouts am besten ankommen. Disney setzt auf eine Kombination aus Premium-Inhalten und KI-generierten Videos: Auf der Earnings-Call-Ankündigung im Februar kündigte man eine Sammlung von AI-Clips an, die mit OpenAIs Sora erstellt wurden. Peacock nutzt bereits seit Anfang 2025 vertikale Clips aus NBA-Spielen und eigenen Serien. Auch Paramount hat die Kurzform zu einer strategischen Priorität erklärt und will „so schnell wie möglich“ eine Million Kurzclips auf Paramount+ bereitstellen. Ein zentrales Argument für die Investition ist die kostengünstige Produktion im Vergleich zu teuren Serien wie „Stranger Things“ oder „The Mandalorian“. Kurzform-Content, besonders User-Generated Content, ist effizienter und kann als „Taster“ dienen, um Zuschauer für längere Inhalte zu begeistern. Doch Herausforderungen bleiben: Die Interaktivität, die bei TikTok und YouTube durch Kommentare und persönliche Inhalte entsteht, fehlt in den Streamer-Angeboten oft. Kasey Moore von „What’s on Netflix“ betont, dass die Zielsetzung nicht darin liegen sollte, Zeit wie bei TikTok zu „rauben“, sondern Inhalte zu nutzen, um Neugier zu wecken und Nutzer zur eigentlichen Serie zu führen. Industrieanalysten wie Brandon Katz von Greenlight Analytics sehen die Entwicklung als unumgänglich: „Nichts tun ist keine Option.“ Die Branche erkennt, dass die Zukunft der Zuschauerbindung in der täglichen, mobilen Präsenz liegt. Ob die Strategie greift, hängt entscheidend davon ab, ob die Plattformen nicht nur Inhalte, sondern auch eine echte Community-Kultur schaffen können – eine Herausforderung, vor der auch die etablierten Player noch stehen.

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