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vor 3 Monaten
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Generative KI

Big Tech nutzt C2PA nur als Ablenkung, während AI-Slop weiter wächst

Im Dezember 2025 warnte Instagram-Chef Adam Mosseri vor der Bedrohung durch künstliche Intelligenz: Authentizität sei nun „unendlich reproduzierbar“, und die einzigartige Stimme von Content-Creators sei durch AI-Tools für jedermann zugänglich. Sein Lösungsvorschlag: eine kryptografische Signatur von Medien bei der Aufnahme durch Kamerahersteller, um eine „Kette der Herkunft“ zu schaffen – ein Konzept, das bereits existiert: C2PA (Coalition for Content Provenance and Authenticity). Doch trotz Beteiligung von Meta, Microsoft, Google, OpenAI und anderen Tech-Riesen bleibt C2PA wirkungslos. Die Metadaten werden kaum sichtbar, sind oft manipulierbar, und Plattformen wie Instagram, TikTok oder YouTube zeigen sie inkonsistent oder gar nicht. Selbst bei genauer Suche müssen Nutzer externe Tools nutzen, um C2PA-Informationen zu prüfen – ein Prozess, den die Mehrheit nicht durchführt. Gleichzeitig bauen Meta und OpenAI ihre eigenen AI-Generatoren aus, inklusive eines TikTok-Klon-Tools von OpenAI, das Urheberrechte verletzt und reale Personen nachahmt. YouTube fördert AI-Produktion bei Creators, obwohl 10 % der schnellsten wachsenden Kanäle im Juli 2024 aus AI-Slop bestanden. Auch X (ehemals Twitter), das ursprünglich C2PA gegründet hatte, hat sich zurückgezogen – unter Elon Musks Führung, die mit gefälschten Inhalten und kontroversen AI-Generierungen (Grok) auffällt. Die Realität: Die Plattformen nutzen C2PA als PR-Maßnahme, um Verantwortung zu entgehen, während sie gleichzeitig Milliarden aus AI-Inhalte ziehen. Studien zeigen, dass Transparenz-Hinweise wenig wirken – Menschen glauben weiterhin gefälschte Inhalte, selbst wenn sie als „AI-erzeugt“ gekennzeichnet sind. Die Lösung, die Mosseri andeutet – mehr Authentizität durch Creator – ignoriert, dass AI auch „unperfekte“ Ästhetik nachahmen kann. Plattformen wie YouTube versuchen nun, den Fokus auf die Quelle zu verlagern, nicht auf den Inhalt, doch Google selbst ersetzt Nachrichtenüberschriften durch AI-Zusammenfassungen, die oft falsch sind. Insgesamt zeigt sich: Die Technologiebranche hat kein echtes Interesse an der Bekämpfung von AI-Slop, solange es Profit bringt. C2PA ist kein Schutz, sondern ein Symbol für die Illusion von Kontrolle – ein Ehrensystem, das angesichts des Geschäftsmodells von Social Media niemals funktionieren kann. Die Kritik von Experten wie Reality Defender-Chef Ben Colman ist klar: Es ist naiv, anzunehmen, dass nur wenige Tools für Deepfakes verantwortlich sind, während die Plattformen selbst den Markt mit AI-Slop überschwemmen. Die Konflikte der Interessen sind unübersehbar – wer Milliarden mit AI-Inhalten verdient, hat kein Motiv, diese zu regulieren. Mosseris Appell an Authentizität wirkt daher wie ein resignierter Rettungsversuch in einer Welt, in der die Realität bereits aufgelöst ist.

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