Ex-OpenAI-Forscher baut 1,5-Mrd.-KI-Startup für US-Fertigung
Der frühere Forschungsleiter von OpenAI, Bob McGrew, hat mit Arda ein KI-Startup aufgebaut, das die Automatisierung der Fertigung vorantreiben und Produktionsstandorte in die USA zurückholen soll. Das Unternehmen teilte CNBC mit, dass es in einer Finanzierungsrunde unter Führung von Altimeter Capital, Accel und Khosla Ventures 230 Millionen Dollar eingesammelt und dabei eine Bewertung von 1,5 Milliarden Dollar erreicht habe. McGrew, der zuvor mehr als zehn Jahre Produkt- und Engineering-Leiter bei Palantir war, beschreibt Arda als KI-gestütztes Interface und einen Agenten, der Fertigungsingenieuren ähnliche Entlastung geben solle wie KI-Coding-Tools Softwareentwicklern. Der Kern des Ansatzes liegt in der Geschwindigkeit: Während Menschen schnell auf Designänderungen reagieren könnten, dauere die Anpassung bestehender Automatisierungslösungen oft drei bis sechs Monate. Arda soll es Ingenieuren ermöglichen, Montage- und Fertigungslinien deutlich schneller neu zu konfigurieren. Erste Modelle des Unternehmens sind laut McGrew bereits bei dem für Militärtechnologie bekannten Unternehmen Anduril im Einsatz. McGrew war seit 2017 bei OpenAI und arbeitete an den Reasoning-Fähigkeiten früher Modelle vor dem Start von ChatGPT. Nach eigenen Angaben wollte er dort nur den letzten zentralen Fortschritt vor einer möglichen allgemeinen künstlichen Intelligenz ausliefern; 2024 verließ er das Unternehmen. Seine Mitgründer bei Arda sind Augustus Odena, der an Adept beteiligt war und zuvor bei Google und Meta arbeitete, sowie die ehemaligen Palantir-Ingenieure Alex Mark und Jakob Frick. Investor Apoorv Agrawal von Altimeter, der McGrew aus gemeinsamen Palantir-Tagen kennt, verweist auf die Marktdimension: Global werde die Fertigung auf 16 Billionen Dollar geschätzt, allein die USA machten 3 Billionen Dollar aus. Der Preis für die Technologie sei heute zwar hoch, das langfristige Potenzial jedoch groß. McGrew sieht den nächsten Produktbereich in der Robotik. Sein Argument: Wenn sich Designs häufig ändern, werde Produktion derzeit vor allem in Ostasien gebündelt, weil dort schnell umgeschulte Arbeitskräfte verfügbar sind. Arda will diese Abhängigkeit verringern. Die Vision geht über Kostenvorteile hinaus: McGrew betont, eine gelungene Fertigung etwa von Smartphones in den USA würde nicht nur Jobs sichern, sondern neue schaffen.
