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Zwei Teenager entwickeln mit KI neue Pestizide und sichern 6 Mio. Dollar Förderung

Zwei Teenager, Tyler Rose (18) und Navvye Anand (19), haben mit ihrer Firma Bindwell eine Seed-Runde von 6 Millionen US-Dollar abgeschlossen, co-leitet von General Catalyst und A Capital, mit einer persönlichen Investition von Y Combinator-Gründer Paul Graham. Ursprünglich wollten die beiden ihre AI-Modelle an etablierte Agrochemiekonzerne verkaufen, fanden aber wenig Interesse – die Branche zeigte wenig Bereitschaft, KI als Kernbestandteil der Pestizidentwicklung einzusetzen. Nach einem Gespräch mit Graham im Jahr 2025 entschieden sie sich, ihre eigene Strategie zu verfolgen: statt Tools zu verkaufen, entwickeln sie jetzt selbst neue Pestizimmoleküle mit Hilfe ihrer KI-Plattform und licensen das geistige Eigentum direkt an Agrarunternehmen. Dieser Paradigmenwechsel markiert einen entscheidenden Schritt in der Modernisierung einer Branche, die seit Jahrzehnten auf veralteten Chemikalien basiert. Die Herausforderung ist groß: Laut FAO verdoppelt sich die Pestizidnutzung weltweit seit drei Jahrzehnten, doch jährlich gehen immer noch bis zu 40 % der Ernte durch Schädlinge und Krankheiten verloren. Resistenzentwicklung bei Schädlingen treibt den Chemikalienverbrauch weiter in die Höhe – mit negativen Folgen für Ökosysteme und Gesundheit. Bindwell nutzt Ansätze aus der Arzneimittelentwicklung, insbesondere aus der Proteinbindungsforschung, und adaptiert sie für Landwirtschaft. Ihre AI-Tools wie Foldwell (eine angepasste Version von AlphaFold), PLAPT (für Ligandenbindung) und APPT (für Protein-Protein-Interaktionen) analysieren Milliarden von Molekülen mit hoher Geschwindigkeit und Genauigkeit. Besonders auffällig ist die geringe Fehlerrate durch ein integriertes Unsicherheitsquantifizierungssystem, das unzuverlässige Ergebnisse erkennt. Im Gegensatz zu herkömmlichen, empirisch basierten Methoden, die Tausende Verbindungen testen, reduzieren die KI-Modelle die Suche auf spezifische, schädlings- und umweltgerechte Zielproteine – beispielsweise solche, die nur in Schädlingen vorkommen, nicht aber in Nützlingen oder Menschen. So sollen effizientere, gezieltere und sicherere Pestizide entstehen. Die Moleküle werden derzeit in einem Labor in San Carlos getestet, mit externen Partnern zur Validierung. Bindwell arbeitet bereits mit potenziellen globalen Agrochemie-Partnern in Gesprächen, erste Lizenzverträge sollen in einem Jahr abgeschlossen werden. Zudem laufen Vorbereitungen für Feldversuche in Indien und China. Die Firma, gegründet 2024 im Rahmen eines Forschungsprojekts am Wolfram Summer Research Program, zählt aktuell vier Mitarbeiter und kooperiert mit externen Synthese-Experten. Vor der Seed-Runde hatte sie bereits eine Pre-Seed-Runde bei Character Capital gesichert. Mit Unterstützung von Graham und anderen führenden Investoren wie SV Angel positioniert sich Bindwell als Pionier der KI-gesteuerten Pestizidinnovation – eine Antwort auf eine Branche, die lange stagnierte. Branchenexperten sehen in Bindwell einen bedeutenden Wendepunkt: „Sie zeigen, dass KI nicht nur Werkzeug sein muss, sondern auch Produktionsmotor“, sagt ein Analytiker aus dem Agrartechnologie-Sektor. „Die Idee, eigene Moleküle zu entwickeln statt Tools zu verkaufen, ist strategisch klug – besonders in einem Markt, der Innovationshemmnisse hat.“ Mit ihrem mutigen Ansatz, aus Forschung direkt zu Produkten zu springen, könnte Bindwell nicht nur neue Pestizide liefern, sondern auch das Geschäftsmodell der gesamten Agrartechnologiebranche verändern.

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