Trump fordert von Microsoft, Stromkosten für Rechenzentren zu tragen
Präsident Donald Trump hat am Montag behauptet, dass Microsoft ab dieser Woche umfassende Maßnahmen ergreifen werde, um sicherzustellen, dass amerikanische Verbraucher nicht mit höheren Stromrechnungen für den Energieverbrauch der Datenzentren der Firma belastet werden. In einem Beitrag auf Truth Social betonte Trump, dass Datenzentren zwar „wichtig“ für die aktuelle KI-Revolution seien, aber Unternehmen müssten „ihren eigenen Weg gehen“ und die Kosten selbst tragen, um eine Belastung der Haushalte zu vermeiden. Er hob Microsoft als ersten Ansprechpartner hervor und kündigte an, dass sein Team bereits mit dem Unternehmen zusammengearbeitet habe, um „wichtige Änderungen“ einzuleiten. Zudem deutete er weitere Ankündigungen in den kommenden Wochen an. Die Behauptung von Trump folgt auf Berichte von Business Insider, wonach Datenzentren in mindestens 13 Bundesstaaten bereits zu einer Steigerung der Stromkosten beigetragen haben. In den vergangenen zwölf Monaten hatte Microsoft Pläne für den Bau großer Datenzentren in Wisconsin, Atlanta, Texas und Michigan bekannt gegeben, was die Aufmerksamkeit auf den Energiebedarf der Technologiebranche lenkte. Diese Infrastrukturprojekte sind Teil einer weltweiten Expansion, die durch den steigenden Bedarf an Rechenleistung für KI-Anwendungen getrieben wird. Obwohl Trump die Maßnahmen als bereits in Kraft gesetzt darstellte, gab weder das Weiße Haus noch Microsoft eine offizielle Stellungnahme ab. Es bleibt unklar, welche konkreten Schritte Microsoft ergreifen soll – ob es sich um Investitionen in erneuerbare Energien, Verhandlungen mit Energieversorgern oder neue Tarifmodelle handelt. Die Aussage wirft zudem Fragen zur Genauigkeit der Behauptung auf, da Microsoft bereits seit Jahren erhebliche Investitionen in grüne Energie und Energieeffizienz tätigt, darunter Vereinbarungen mit Wind- und Solaranlagen. Industrieanalysten sehen in Trumps Aussage eine politische Instrumentalisierung des Energie- und KI-Themas, um die Verantwortung der Technologiebranche für steigende Energiekosten zu betonen. Gleichzeitig wird kritisiert, dass der Fokus auf die Kosten für Verbraucher die komplexen wirtschaftlichen und technologischen Hintergründe des Energieverbrauchs in Datenzentren vernachlässigt. Microsoft gilt als führend in der Nachhaltigkeitsstrategie: Das Unternehmen hat sich verpflichtet, bis 2030 kohlenstoffneutral zu sein und bis 2050 sogar negativen CO₂-Ausstoß zu erreichen. Die Firma betont zudem, dass sie bereits über 90 Prozent ihres weltweiten Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen bezieht. Insgesamt zeigt die Aussage Trumps die zunehmende politische Spannung um die Infrastruktur der digitalen Wirtschaft. Während die Regierung die Kostenlast für Bürger begrenzen will, müssen Unternehmen wie Microsoft gleichzeitig wachsen und Innovationen vorantreiben – ein Dilemma, das auch die zukünftige Energiepolitik in den USA prägen könnte.
