Neues KI-Tool beschleunigt Entdeckung von Medikamenten um das Zehnmillionenfache
Forscher in China haben ein neues KI-System namens DrugCLIP vorgestellt, das die Entdeckung neuer Medikamente erheblich beschleunigen könnte. Das System ermöglicht es, Millionen potenzieller Wirkstoffverbindungen innerhalb weniger Stunden gegen Tausende von Proteinzielder in der virtuellen Screening-Phase zu testen – eine Leistung, die zehn Millionen Mal schneller ist als herkömmliche Methoden. Im Gegensatz zu traditionellen Ansätzen, die monatelange Rechenzeiten erfordern, nutzt DrugCLIP ein tiefes Lernmodell, das die strukturellen und funktionellen Beziehungen zwischen Molekülen und Proteinen erkennt, ohne auf umfangreiche experimentelle Daten angewiesen zu sein. Dieses Verfahren basiert auf einer Kombination aus maschinellem Lernen und biologischem Wissen, wodurch es in der Lage ist, seltene oder komplexe Wechselwirkungen präzise vorherzusagen. Die Forscher testeten das System anhand von bekannten Arzneimitteln und identifizierten mit hoher Genauigkeit bereits etablierte Wirkstoffe, was die Zuverlässigkeit des Modells untermauert. Ein besonderer Vorteil liegt in der Fähigkeit, auch neue, bisher unbekannte Wirkstoffe zu entdecken, die in herkömmlichen Screening-Verfahren übersehen werden könnten. Die Technologie könnte insbesondere bei der Bekämpfung von schwer behandelbaren Krankheiten wie Krebs, neurodegenerativen Erkrankungen oder viraler Infektionen von großer Bedeutung sein, da sie die Zeit von der Idee bis zur klinischen Prüfung drastisch verkürzen könnte. Zudem reduziert sie die hohen Kosten und den Ressourcenverbrauch, die mit der klassischen Arzneimittelentwicklung verbunden sind. Industrieexperten sehen in DrugCLIP eine bahnbrechende Innovation. Laut Experten aus dem Bereich der pharmazeutischen Forschung könnte die Technologie die Entwicklungszeit für neue Medikamente von zehn bis zwölf Jahren auf unter fünf Jahre sinken lassen. Die Fähigkeit, die Wirkstoff-Entdeckung in wenigen Stunden zu erledigen, stellt eine tiefgreifende Veränderung in der Arzneimittelforschung dar. Die beteiligten Forscher stammen von der Peking University und dem Shenzhen Institute of Advanced Technology, beiden renommierten Einrichtungen in der KI- und Biotechnologie-Forschung. Die Entwicklungen in China zeigen, dass das Land in der KI-gestützten Arzneimittelentwicklung weltweit eine führende Rolle einnimmt. Obwohl die Technologie noch in der Testphase ist, arbeitet das Team bereits mit pharmazeutischen Unternehmen zusammen, um die Anwendbarkeit in der Praxis zu validieren. Die Forscher betonen, dass DrugCLIP nicht als Ersatz für experimentelle Validierung gedacht ist, sondern als intelligente Filter- und Priorisierungsplattform, die die Effizienz der Forschung revolutionieren kann. Die internationale wissenschaftliche Gemeinschaft reagiert mit großem Interesse, und es wird erwartet, dass die Technologie in den kommenden Jahren in mehrere klinische Entwicklungsprogramme integriert wird.
