Nicht-Technik-Unternehmen setzen auf KI-Aufschwung und treiben Datenzentren-Anstieg an
Die rasante Ausbreitung künstlicher Intelligenz (KI) treibt nicht nur Tech-Riesen an, sondern zieht auch traditionelle, nicht-technische Unternehmen in den globalen Wettlauf um die KI-Infrastruktur. In den letzten Monaten haben sich zahlreiche Unternehmen aus Branchen wie Baugewerbe, Energieversorgung und Materialproduktion strategisch auf den massiven Anstieg der Datenzentren-Nachfrage eingestellt – einer der zentralen Treiber der KI-Revolution. Die steigende Nachfrage nach leistungsstarken Rechenzentren, die KI-Modelle trainieren und betreiben können, hat zu einem starken Anstieg der Aktienkurse von Firmen geführt, die in der Lieferkette dieser Infrastruktur tätig sind. Unternehmen wie die deutsche Bau- und Infrastrukturgruppe Hochtief, der britische Energieversorger SSE und der amerikanische Stahlhersteller Nucor haben ihre Investitionen in die Entwicklung und den Betrieb von energieeffizienten Rechenzentren verstärkt. Diese Firmen profitieren nun von steigenden Aufträgen, da Tech-Unternehmen wie Meta, Microsoft und Amazon ihre KI-Infrastruktur ausbauen. Besonders gefragt sind nicht nur die physischen Gebäude, sondern auch die dazugehörigen Systeme: Stromversorgung, Kühlsysteme, Rohrleitungen und spezialisierte Bauteile. Hierbei übernehmen klassische Industrieunternehmen eine zentrale Rolle – sie liefern die notwendige Infrastruktur, die digitale Welt erst ermöglicht. Die Entwicklung ist besonders deutlich in den USA und in Nordwesteuropa sichtbar. In den USA haben Unternehmen wie Fluor und Bechtel massive Aufträge von Cloud-Anbietern erhalten, um Rechenzentren in Texas, Virginia und Oregon zu errichten. In Deutschland und den Niederlanden steigen die Investitionen in energieeffiziente, klimaneutrale Data-Center, wobei lokale Energie- und Baufirmen als Partner agieren. Die Nachfrage nach Hochleistungs-Netzwerken, Kabeln und Kühlsystemen hat auch Hersteller von industriellen Komponenten wie ABB und Schneider Electric in die Schlagzeilen gebracht. Ein entscheidender Faktor ist die Energiefrage: KI-Modelle benötigen immense Rechenleistung, was zu hohem Stromverbrauch führt. Unternehmen, die über sichere und nachhaltige Energiequellen verfügen – etwa aus Wind- oder Kernkraft –, genießen einen Wettbewerbsvorteil. Dies hat zu Kooperationen zwischen Energieunternehmen und Tech-Firmen geführt, die gemeinsam Rechenzentren an Standorten mit günstigem Energiezugang bauen. Die Finanzmärkte reagieren positiv: Aktien von Baufirmen und Engineering-Unternehmen, die in der KI-Infrastruktur tätig sind, sind in den letzten zwölf Monaten um durchschnittlich 40 bis 60 Prozent gestiegen. Analysten sehen dies als langfristige Trendwende, bei der traditionelle Industrieunternehmen nicht mehr nur als Lieferanten, sondern als strategische Akteure im digitalen Ökosystem gelten. Branchenexperten betonen, dass der Erfolg dieser Unternehmen nicht allein von der KI-Technologie abhängt, sondern von ihrer Fähigkeit, komplexe, energieintensive Projekte effizient zu realisieren. „Die KI-Revolution ist kein rein digitaler Prozess – sie basiert auf physischer Infrastruktur“, sagt Dr. Lena Weber, Analystin bei GreenTech Insights. „Firmen, die in der Lage sind, schnell, nachhaltig und skalierbar zu bauen, werden die echten Gewinner sein.“ Diese Entwicklung zeigt, dass die KI-Ära nicht nur die Tech-Branche verändert, sondern auch klassische Industrien neu definiert. Die Zukunft gehört nicht nur den KI-Entwicklern, sondern auch den Bauherren, Energieversorgern und Materiallieferanten, die die physische Grundlage für die digitale Zukunft schaffen.
