Beacon Biosignals kartiert Gehirn während Schlaf
Beacon Biosignals entwickelt eine neue Methode zur Erforschung des menschlichen Gehirns, indem es die neuronale Aktivität während des Schlafes zu Hause überwacht. Das Unternehmen wurde 2019 von Jake Donoghue, einem ehemaligen MIT-Forscher, und Jarrett Revels gegründet. Ihr Produkt ist ein leichtes Kopfband, das elektroenzephalographische (EEG) Technologie nutzt, um hochwertige Daten über die Gehirnaktivität von Patienten in deren gewohntem Umfeld zu sammeln. Diese Daten werden durch maschinelle Lernalgorithmen analysiert, um neue Krankheitsmerkmale zu identifizieren, den Fortschritt von Erkrankungen zu überwachen und klinische Studien zu unterstützen. Der CEO Jake Donoghue betont, dass die Verlagerung von klinischen Schlafstudien in das häusliche Umfeld einen entscheidenden Sprung in der medizinischen Diagnostik und Arzneimittelentwicklung darstellt. Das Gerät ist vom amerikanischen FDA zugelassen und wurde bereits in über 40 klinischen Studien weltweit eingesetzt. Dazu gehören Studien zu depressiven Störungen, Schizophrenie, Narkolepsie sowie neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson. Durch diese Einsätze sammelt Beacon große Datensätze, die als Grundlage für ein sogenanntes „Foundation Model" des menschlichen Gehirns dienen sollen. Donoghue, der sowohl einen Doktortitel in Neurowissenschaften als auch medizinische Ausbildungen absolvierte, sah eine Lücke in der aktuellen Versorgung. Während Herzfunktionsdaten langfristig zu Hause gemessen werden können, fehlte eine vergleichbare Methode für das Gehirn, dessen Funktion komplexer und weniger dynamisch erfassbar ist. Schlaf wird von den Entwicklern als idealer Zeitpunkt angesehen, da die neuronale Aktivität in diesem Zustand besonders strukturiert und reichhaltig ist. Beacon-Geräte ermöglichen es, Schlafarchitektur über mehrere Nächte hinweg präzise zu erfassen und subtile Veränderungen zu erkennen, die oft Jahre vor dem Auftreten klinischer Symptome auf neurodegenerative Erkrankungen hinweisen. Um die Reichweite zu vergrößern, übernahm Beacon im letzten Jahr ein Unternehmen für Schlafapnoe-Tests zu Hause und bedient seither mehr als 100.000 Patienten in den USA. Im November des laufenden Jahres sicherte sich das Unternehmen eine Finanzierungsrunde über 97 Millionen US-Dollar, um die Expansion voranzutreiben. Die Vision des Unternehmens geht über die reine Diagnose von Schlafstörungen hinaus. Durch die langfristige Aufzeichnung von Gehirnaktivitäten sollen neue prognostische Biomarker entstehen. Ein Patient, der ursprünglich nur auf Schlafapnoe untersucht wurde, könnte so in Zukunft eine frühe Datengrundlage für die Erkennung von Parkinson oder Alzheimer liefern, noch bevor Symptome sichtbar werden. Damit strebt Beacon an, die Diagnostik neurologischer Krankheiten von einer späten Erkennung zu einer präzisen, datengesteuerten Frühintervention zu transformieren und Millionen von Patienten weltweit Zugang zu hochwertiger Gesundheitsversorgung zu verschaffen.
