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Das finnische KI-Labor QuTwo schließt eine Angel-Runde ab und erreicht eine Bewertung von 380 Millionen US-Dollar.

QuTwo, ein von Peter Sarlin gegründetes finnische KI-Labor, hat nach Abschluss einer Angel-Runde in Höhe von 25 Millionen Euro eine Bewertung von etwa 380 Millionen Euro erreicht. Der ehemalige CEO von Silo AI und AMD gründete das Unternehmen, das sich nicht ausschließlich auf Quantencomputing konzentriert, sondern als KI-Firma positioniert. Im Mittelpunkt steht das QuTwo OS, eine Orchestrierungsschicht, die Rechenaufgaben intelligent auf klassische, quantenbasierte oder hybride Architekturen verteilt. Die Strategie dahinter ist, unternehmensspezifische Anwendungen vorrangig durch quanteninspirierte Methoden zu lösen, bei denen klassische Chips das Verhalten von Quantencomputern simulieren, um mehr Zuverlässigkeit zu gewährleisten. Bereits jetzt generiert das Unternehmen durch Design-Partnerschaften mit namhaften Firmen wie dem Einzelhandelsriese Zalando, wo KI-Assistenten entwickelt wurden, rund 23 Millionen Euro an fest zugesagten Einnahmen. Sarlin betont, dass KI das Hauptziel sei und Quantencomputing lediglich eine neue Art von Rechenleistung darstelle. Die aktuelle Finanzierungsrunde mag im Vergleich zu anderen europäischen Erfolgsgeschichten bescheiden erscheinen, bietet QuTwo jedoch die gewünschte Freiheit für eine langfristige Entwicklung ohne den hohen Druck, den riesige Venture-Capital-Runden oft mit sich bringen. Sarlin entschied sich bewusst für diesen Kurs, ähnlich wie bereits bei seinem vorherigen Unternehmen Silo AI, das 2024 für 665 Millionen Euro von AMD übernommen wurde. Bis vor kurzem wurde QuTwo ausschließlich durch das Familienbüro von Sarlin, PostScriptum, finanziert. Mit dem starken Interesse nach der weichen Markteinführung entschied sich der Gründer jedoch, auf externe Venture-Capital-Gelder zu verzichten, aber eine Angel-Runde zu akzeptieren. Dies geschieht vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen, in denen Europa zunehmend lokale Alternativen zu US-Technologien bevorzugt. Zudem besteht großes Investoreninteresse an Unternehmen, die ambitionierte Forschungs- und Entwicklungsprojekte in Sektoren vorantreiben, in denen Europa bereits führend ist, wie Automobilindustrie, Life Sciences und Gaming. Die Angel-Investoren, darunter namhafte Persönlichkeiten aus Technologie und Sport, versprechen zudem wertvolle Netzwerkeinführungen across Europa. Parallel zum Wachstum expands QuTwo nach Schweden und stellt Personal ein. Das Team umfasst derzeit etwa 50 Wissenschaftler aus den Bereichen Quantencomputing und KI. Zu den weiteren Führungspersonen zählen zwei Unternehmer, die bereits zweimal erfolgreich ein Unternehmen aufgebaut haben, darunter ein ehemaliger Co-Gründer von Silo AI und ein Mitgründer des Quantencomputer-Unternehmens IQM, das kurz vor einem Börsengang steht. Die Verbindung zu IQM unterstreicht QuTwos Überzeugung, dass das Zeitalter des Quantencomputing bevorsteht, auch wenn das Unternehmen zunächst den Fokus auf die sofortige Umsetzung durch KI legt. Das langfristige Ziel ist es, ein weltweit führendes KI-Unternehmen aus Europa für das nächste technologische Paradigma zu schaffen, während kurzfristig durch ambitionierte Forschungsprojekte in Europa bedeutende Impulse gesetzt werden sollen.

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