US-Regierung erlaubt Anthrops Mythos 5 Teilfreigabe
Die US-Regierung hat die vor zwei Wochen verhängten Exportbeschränkungen für Anthropics KI-Modell Mythos 5 teilweise aufgehoben. Nach intensiven Verhandlungen zwischen dem Unternehmen und der Trump-Administration erhielt Anthropic am 26. Juni eine offizielle Genehmigung des Handelsministeriums, das Modell für eine begrenzte Gruppe vertrauenswürdiger Cyberabwehr- und Infrastrukturprovider wieder bereitzustellen. Ein entsprechendes Schreiben von Handelsminister Howard Lutnick an den Mitgründer Tom Brown bestätigt die Überarbeitung der Lizenzauflagen. Grundlage für die Ausnahme ist die Zusammenarbeit von Anthropic mit US-Behörden zur Risikominimierung, die nach Ansicht des Ministeriums nun ausreichend Sicherheitsvorkehrungen garantiert. Laut einer Erklärung von Anthropic-Sprecherin Danielle Ghiglieri können fortan ausgewählte Partner auf die leistungsstärkste Version des KI-Modells zugreifen, um kritische Infrastruktur zu schützen. Die Genehmigung umfasst ausdrücklich auch nicht-US-amerikanische Beschäftigte innerhalb der freigeschalteten Organisationen, während die öffentlichen Zugangsberechtigungen für das Modell Fable 5 weiterhin ausgesetzt bleiben. Die ursprüngliche Anordnung vom 12. Juni, die den Zugriff ausländischer Staatsbürger auf beide Modelle strikt untersagte, bleibt außer für die explizit genehmigten Parteien voll in Kraft. Lutnick betonte zudem, er behalte sich vor, die Lizenzbedingungen bei veränderten Umständen erneut zu prüfen. Die behördliche Wende erfolgte unter starkem Druck der US-Technologiebranche und nationaler Sicherheitsbehörden. Seit der erstmaligen Sperre hatten Konkurrenten ihre eigenen KI-gestützten Cyberabwehrtools kontinuierlich verbessert, teilweise sogar mit Benchmarks, auf denen Anthropic nachhinkte. Zudem sorgte die Sperre bei wichtigen Einrichtungen wie der National Security Agency für erhebliche operative Engpässe. Fachkreise kritisierten den vorübergehend eingeschlagenen Fall-zu-Fall-Ansatz der Regulierung als destabilisierend für die Wettbewerbsfähigkeit der US-KI-Branche im globalen Kontext. Die aktuelle Regelung folgt einem Muster, das parallel für OpenAI’s GPT-5.6 beschlossen wurde. Beide Unternehmen streben eine zügige Ausweitung auf Unternehmen und die allgemeine Öffentlichkeit an, sehen die behördliche Einzelfallprüfung jedoch als temporären Kompromiss. In einer öffentlichen Stellungnahme verwies OpenAI darauf, dass solche Zugangsverfahren nicht zur langfristigen Norm werden sollten, da sie Innovation und Sicherheit behinderten. Stattdessen werde an einem wiederholbaren Freigabeprozess sowie einem umfassenden Cyber-Exekutivdirektiven-Entwurf gearbeitet. Bis auf Weiteres bleibt die regulierte Auslieferung der Modellklassen an vertrauenswürdige Partner der vorübergehende Status Quo, während die Politik nach einem nachhaltigen regulatorischen Rahmen sucht.
