Google macht sich zum KI-Design-Anbieter
Auf der diesjährigen Entwicklerkonferenz Google I/O kündigte Google eine strategische Erweiterung seines Angebots im Bereich der künstlichen Intelligenz an. Das Unternehmen stellt mit Pics eine neue, KI-gestützte Design- und Bildgenerierungs-App für Google Workspace vor. Ziel ist es, Werkzeugen für visuelle Inhalte eine breite Nutzerbasis zu erschließen, angefangen von Lehrkräften bis hin zu kleinen Unternehmern. Mit Pics können Anwender ohne Vorkenntnisse in Grafikbearbeitung oder den Einsatz komplexer Tools verschiedene visuelle Elemente erstellen. Dazu gehören Social-Media-Grafiken, Einladungen, Marketingmaterialien und Mock-ups, allesamt generiert durch einfache Textbefehle. Dieser Schritt positioniert Google als direkten Konkurrenten zu etablierten Plattformen wie Canva sowie zu neuen Wettbewerbern im Bereich der KI-Nativen, wie etwa Claude Design von Anthropic. Der Einstieg von Google in diesen Sektor unterstreicht, dass KI-basiertes Design zu einem zentralen Wettkampfplatz geworden ist, insbesondere für Unternehmen, die stark auf visuelle Inhalte angewiesen sind. Die Anwendung startet zunächst mit einem Testprogramm während der Konferenz und wird im kommenden Sommer für Abonnenten des Google AI Ultra-Dienstes rollierend eingeführt. Google erkennt an, dass aktuelle KI-Modelle zwar hochwertige Bilder erzeugen, es jedoch nach wie vor Schwierigkeiten bereitet, einzelne Details innerhalb eines generierten Bildes präzise zu bearbeiten. Bisherige Ansätze erforderten oft das Schreiben völlig neuer Prompts, was das Risiko birgt, dass unerwünschte Änderungen im restlichen Bild auftreten. Pics adressiert dieses Problem, indem es die Generierung mit einer leichten Bearbeitbarkeit kombiniert. Die Bearbeitungsfunktion basiert auf der Technologie von Gemini, wodurch jedes Element eines generierten Designs oder Bildes anpassbar bleibt. Nutzer können Änderungen durch neue Textbefehle anstoßen oder das Element einfach per Klick auswählen und kommentieren, ähnlich dem Feedback-System in Google Docs. Eine manuelle Bearbeitung ohne sprachliche Eingaben ist ebenfalls möglich, etwa wenn auf einer Einladungsseite nur die Uhrzeit aktualisiert werden soll. Als Kern der Anwendung dient das Modell Nano Banana 2, das Google für seine Fähigkeit zur präzisen Textdarstellung, sein Verständnis realer Zusammenhänge und die detaillierte visuelle Ausgabe empfiehlt. Da Pics nativ in Google Workspace integriert ist, wird die visuelle Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Anwendungen des Ökosystems erleichtert. Abschließend können fertige Designs heruntergeladen, kopiert, gedruckt oder direkt geteilt werden. Zudem ermöglicht die Plattform, die Datei zur finalen Überarbeitung an andere Personen weiterzugeben, was einen kooperativen Arbeitsfluss unterstützt.
