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Pionier rät Junior-Entwicklern: Mentoren suchen, AI nutzen, bleiben Sie flexibel

Martin Fowler, einer der einflussreichsten Pioniere der Softwareentwicklung und Chief Scientist bei Thoughtworks, hat im November 2025 in der Podcast-Serie „The Pragmatic Engineer“ seine Sicht auf die aktuelle Lage der Branche geäußert. In einem Jahr, in dem Tech-Unternehmen massive Stellenabbau vornehmen – nach Angaben von Layoffs.ai bereits rund 114.000 Entlassungen in diesem Jahr allein – sieht er ein tiefgreifendes Desaster im traditionellen Softwaregeschäft. Im Vergleich zu 2024, bei dem insgesamt fast 153.000 Mitarbeiter entlassen wurden, sei die Krise nicht abgeflaut, sondern vielmehr in eine Phase der „Depression“ übergegangen. Unternehmen investieren kaum noch in Softwareentwicklung, während gleichzeitig riesige Summen in künstliche Intelligenz fließen – ein Trend, den Fowler als „separates, klar überzogenes Phänomen“ bezeichnet. Dieser „AI-Blase“ bringe Unsicherheit, insbesondere für Junior-Entwickler, deren Karriereplanung durch die Unvorhersehbarkeit des Marktes erschwert wird. Er warnt: Man weiß weder, wie groß die Blase noch wie lange sie dauern wird, und auch nicht, was danach kommt. Dennoch rät er jungen Entwicklern nicht, von der Technologie abzurücken. Stattdessen betont er: Die Fähigkeit, die Qualität von Ausgaben von Großsprachmodellen (LLMs) zu beurteilen, ist entscheidend – und hier hilft nur Erfahrung. Der beste Weg, diese zu erlangen, sei die Arbeit mit einem erfahrenen Mentor. Ein guter Senior-Entwickler sei „wertvoll wie Gold“, da er nicht nur technisches Wissen vermittelt, sondern auch kritisches Denken und fundierte Entscheidungsfindung lehrt. Fowler, Mitautor des berühmten „Agile Manifesto“ von 2001, bleibt optimistisch. Obwohl die momentane Marktlage für Einsteiger schwieriger sei als vor zwei Jahrzehnten, sei die Grundlage guter Softwareentwicklung – logisches Denken, Problemlösungsfähigkeit, Teamarbeit – nach wie vor unverändert relevant. Er ist überzeugt, dass KI die Softwareentwicklung nicht ersetzen wird, sondern vielmehr als Werkzeug dienen wird. Die Kernkompetenzen des Entwicklers bleiben unverzichtbar. Industrieexperten sehen in Fowlers Ansatz eine wichtige Orientierungshilfe. Sein Fokus auf mentorierte Entwicklung und kritisches Urteilsvermögen gegenüber KI-Tools wird als besonders aktuell bewertet. Thoughtworks, sein Arbeitgeber, gilt als Vorreiter im Bereich agiler Methoden und technischer Ethik. Fowler selbst gilt weltweit als eine der wichtigsten Stimmen in der Softwareentwicklung – nicht nur wegen seiner technischen Beiträge, sondern auch wegen seiner Fähigkeit, komplexe Trends verständlich zu machen. Seine Botschaft an junge Entwickler: Bleiben Sie neugierig, suchen Sie Mentoren und entwickeln Sie Ihre Urteilsfähigkeit – denn genau das macht einen echten Softwareingenieur aus.

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