GM präsentiert elektrischen SUV mit Augen-aus-Autonomie und KI-Chatbot
General Motors hat heute eine Reihe bahnbrechender KI- und maschineller Lern-Features vorgestellt, die in den kommenden drei Jahren in der gesamten Fahrzeugflotte eingeführt werden sollen. Zentraler Bestandteil ist ein neuer, zentraler Rechenplattform, der alle GM-Fahrzeuge mit einer gemeinsamen Infrastruktur ausstatten wird. Besonders auffällig ist die Ankündigung einer „Augen-Off“-Fahrfunktion, die erstmals 2028 im elektrischen Cadillac Escalade IQ SUV verfügbar sein wird. In gekennzeichneten Autobahnabschnitten soll der Fahrer dann vollständig autonom fahren können – ohne Hände am Lenkrad und ohne Blick auf die Straße. Während der Fahrt können Nutzer lesen, telefonieren oder andere Aktivitäten ausführen, während das Fahrzeug die Steuerung übernimmt. Eine türkisfarbene Lichtsignale an Armaturenbrett und Außenspiegeln weisen auf den aktiven Modus hin. Die Technologie basiert auf einer Kombination aus Lidar, Radar und Kameras zur Umwelterfassung, wobei Entscheidungsmodelle durch reale Fahrdaten trainiert werden. Diese Entwicklung erfolgt angesichts eines Rückgangs der Elektrofahrzeugnachfrage in den USA, nachdem der staatliche Steuervorteil für Elektrofahrzeuge am 1. Oktober ausgelaufen ist. GM erwartet einen Verlust von 1,6 Milliarden US-Dollar im laufenden Quartal, hauptsächlich aufgrund von Wertminderungen an EV-Produktionsanlagen und Rückabwicklung von Lieferverträgen. Trotz dieser Herausforderungen betont das Unternehmen, dass Elektromobilität weiterhin seine strategische Priorität bleibt. Die vollständige Elektrifizierung der Fahrzeugflotte bis 2035 bleibt unverändert. In den kommenden Monaten erwartet GM einen weiteren Rückgang der Nachfrage bis Anfang 2026, dann jedoch eine Stabilisierung. Hier sieht das Unternehmen seine starke Produktpalette und die fortschrittlichen Features wie die Augen-Off-Funktion als Schlüssel zur Markterholung. Ein weiterer Höhepunkt ist die Einführung eines in-vehicle-Google-Gemini-KI-Chats im kommenden Jahr, der Gespräche mit dem Fahrzeug ermöglicht. Dies ist der erste Schritt in einem größeren Plan, eine eigene, maßgeschneiderte KI-Plattform zu entwickeln, die sich an die Fahrzeugparameter und persönliche Vorlieben des Nutzers anpasst. Diese KI könnte beispielsweise gastronomische Empfehlungen geben oder Wartungsbedarfe frühzeitig erkennen. Der neue KI-Ökosystem-Ansatz zielt darauf ab, Fahrzeuge zu intelligenten, lernfähigen Begleitern zu machen. GM verfügt bereits über langjährige Erfahrung mit autonomem Fahren – mit dem Einführung von Super Cruise 2017 als erstem Fahrzeug mit handsfreier Fahrfunktion. Allerdings musste das Unternehmen 2023 seinen Robotaxi-Service Cruise abstellen, nachdem ein Unfall mit einem Fußgänger und die anschließende Regulierungsuntersuchung auf gravierende Sicherheitsmängel hindeuteten. Seitdem konzentriert sich GM ausschließlich auf die Weiterentwicklung von Super Cruise, das aktuell in 23 Modellen eingesetzt wird und nun die Grundlage für die Augen-Off-Technologie bildet. Industriebeobachter sehen in GMs KI-Strategie einen wichtigen Schritt in Richtung einer neuen Ära der Fahrzeugtechnologie. Die Kombination aus fortschrittlicher Autonomie und personalisierter KI könnte den Wettbewerb mit Tesla neu definieren, insbesondere da Sterling Anderson, der neue Chief Product Officer, früher für Tesla verantwortlich war und dort das Autopilot-Team leitete. Obwohl Tesla mit seiner Full Self-Driving-Technologie weiterhin hohe Risiken birgt, könnte GMs Fokus auf Vertrauenswürdigkeit und Skalierbarkeit einen Wettbewerbsvorteil bringen. Die KI-Entwicklung wird entscheidend dafür sein, ob GM die Vertrauenskrise im Bereich autonomer Fahrzeuge überwinden und den Weg zu einer echten Personalautonomie ebnen kann.
