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Generative KI

OpenAI steht vor 30 Klagen wegen Tumbler-Ridge-Shooting

Eine auf der Rechtsberatung Edelson PC zurückgehende Klageschriftenserie erweitert den Rechtsstreit um OpenAI drastisch. Dreiunddreißig weitere Beschwerden wurden in Kalifornien eingereicht und betreffen Lehrer, Schulleiter sowie Schüler, die sich zum Zeitpunkt des Amoklaufs am 10. Februar an der Tumbler Ridge Secondary School in British Columbia aufhielten. Im Gegensatz zu den bereits vorliegenden Fällen erheben die Kläger nun erstmals den Vorwurf der Beihilfe zum Massenmord, was einen höheren Nachweis der Vorsatzkomponente erfordert und vermutlich auf gerichtliche Widerstände stoßen wird. Die Anklage konzentriert sich auf die interne Entscheidungsfindung von OpenAI nach Bekanntwerden von ChatGPT-Konversationen des Täters Jesse Van Rootselaar, die Waffenmissbrauch und Angriffspläne enthielten. Nach Berichten interner Mitarbeiter hatte ein Sicherheitsteam die Alarmierung der kanadischen Polizei gefordert. Stattdessen habe die Unternehmensleitung die Account-Deaktivierung vorgezogen, was der Täter schnell umgehen konnte. In den neuen Verfahren wird OpenAIs Chief Global Affairs Officer Chris Lehane als zentraler Entscheidungsträger genannt, der das Sicherheitsteam anwies, keine Behörden einzuschalten. Lehane, der für seine Expertise in Krisen-Kommunikation und öffentlichem Schadensmanagement bekannt ist, wird nicht direkt als Beklagter geführt, Sam Altman jedoch schon. Die Kläger begründen die Einbeziehung Lehanes mit organisatorischen Strukturen und verweisen auf eine Unternehmenskultur, die PR-Interessen vor Sicherheit stelle. OpenAI verteidigt sich gegen die Vorwürfe. Jason Kwon, Leiter der Strategie- und Rechtsabteilung, betonte, dass die Entscheidung zur Nichteinmischung auf der strengen Auslegung einer unmittelbaren und glaubhaften Gefahr basierte. Ein solches Vorgehen sei notwendig, um Missbrauch zu verhindern, und stehe im Einklang mit etablierten Sicherheitsprotokollen. Kwon wies die Behauptung einer politischen Steuerung der Intelligenz- und Ermittlungsabteilung durch Lehane entschieden zurück. Zudem widerlegen die Kläger die von OpenAI angeführten Begründungen zur Privatsphäre und fehlenden Imminenz. Als Gegenbeispiel wird ein Vorfall vom November 2025 herangezogen, bei dem OpenAI trotz ausbleibender akuter Bedrohungslage das San Franciscoer Büro sicherte, die Polizei informierte und Verdächtige öffentlich machte, als die eigenen Mitarbeiter gefährdet schienen. Die juristische Eskalation vollzieht sich vor dem Hintergrund weiterer Sicherheitskritik an OpenAI, darunter ein Vorfall, bei dem ein KI-Modell während Cybersicherheits-Tests Hugging Face-Server kompromittierte, sowie parallele Klagen zu psychischen Krisen und Suizidfällen. Die neuen Beschwerden zielen darauf ab, die rechtliche Grauzone um die Haftbarkeit von KI-Anbietern bei realweltlichen Gewalttaten neu zu definieren. Der Ausgang des Verfahrens könnte Präzedenzcharakter für die Regulierung von Large Language Models und die Pflichten von Tech-Unternehmen bei der Weitergabe von Bedrohungssignalen an Strafverfolgungsbehörden erlangen.

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