YouTube stellt KI-Tool zur Erkennung von Deepfakes vor
Ab heute erhalten Kreatoren im YouTube Partner Program Zugang zu einer neuen KI-Erkennungsfunktion, die ihnen hilft, unerlaubte Uploads zu identifizieren, die ihr Äußeres nutzen. Nach der Identitätsüberprüfung können Nutzer über den Bereich „Inhaltsdetektion“ in YouTube Studio Videoinhalte prüfen, die möglicherweise durch KI gefälscht wurden. Wenn ein Video als unerlaubte, künstlich generierte Darstellung des eigenen Gesichts erscheint, können Kreatoren eine Anfrage zur Entfernung einreichen. Die erste Gruppe von berechtigten Nutzern wurde per E-Mail informiert, und die Funktion wird in den kommenden Monaten schrittweise ausgeweitet. YouTube warnt die frühen Nutzer in einer Anleitung, dass die Funktion in ihrer derzeitigen Entwicklungsphase gelegentlich auch echte Aufnahmen des Kreators anzeigen könnte – also Clips, die tatsächlich von ihm stammen, aber nicht künstlich verändert wurden. Das System funktioniert ähnlich wie Content ID, das YouTube bereits für den Schutz urheberrechtlich geschützter Musik und Videos nutzt. Die Technologie soll helfen, KI-generierte Inhalte, die das Gesicht einer Person ohne deren Zustimmung verwenden, systematisch zu erkennen. Die Funktion wurde ursprünglich im Vorjahr angekündigt und im Dezember in einem Pilotprogramm mit Künstlern, die von der Creative Artists Agency (CAA) vertreten werden, getestet. In einer Blog-Veröffentlichung hieß es damals, dass mehrere einflussreiche Persönlichkeiten Zugang zu einer frühen Version der Technologie erhalten würden, um KI-generierte Inhalte, die ihr Äußeres nutzen, auf YouTube in großem Umfang zu erkennen und zu verwalten. YouTube und Google gehören zu den Technologieunternehmen, die aktiv an der Entwicklung von KI-Videoerstellung und -bearbeitung arbeiten. Die neue Gesichtserkennung ist jedoch nur eine von mehreren Maßnahmen, die das Unternehmen ergreift, um den Umgang mit KI-generierten Inhalten auf der Plattform zu regulieren. Bereits im März letzten Jahres hatte YouTube gefordert, dass Kreatoren Inhalte, die mit KI erstellt oder bearbeitet wurden, deutlich kennzeichnen müssen. Zudem wurde eine strenge Richtlinie für KI-generierte Musik eingeführt, die die Stimme eines bekannten Künstlers nachahmt – etwa beim Rap oder Gesang – und damit Urheberrechtsfragen aufwirft. Die neue Funktion stellt einen wichtigen Schritt dar, um die Authentizität von Inhalten auf YouTube zu gewährleisten und die Rechte von Kreatoren zu schützen. Dennoch betont YouTube, dass die Erkennung nicht immer zu einer automatischen Löschung führt. Die Entscheidung über die Entfernung eines Videos bleibt letztlich bei YouTube, das die eingereichten Berichte prüft. Damit bleibt die Funktion zwar ein wertvolles Werkzeug für Kreatoren, bietet aber keine Garantie für eine sofortige oder automatische Entfernung verdächtiger Inhalte. Die Entwicklung zeigt, wie Plattformen wie YouTube auf die Herausforderungen durch fortschreitende KI-Technologien reagieren – indem sie Werkzeuge bereitstellen, die zwar Unterstützung bieten, aber gleichzeitig die Grenzen der aktuellen Technologie erkennen lassen. Die kontinuierliche Verbesserung der Erkennung und die Zusammenarbeit mit Agenturen wie CAA sollen helfen, eine Balance zwischen Innovation und Schutz der Urheberrechte zu finden.
