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EPFL-Studierende nutzen KI primär als Lernwerkzeug

Generative Künstliche Intelligenz hat seit dem Durchbruch von ChatGPT Ende 2022 auch an der École polytechnique fédérale de Lausanne EPFL rasch an Bedeutung gewonnen. Eine Umfrage der studentischen Arbeitsgruppe Künstliche Intelligenz zeigt, dass inzwischen über 90 Prozent der befragten Bachelor- und Masterstudierenden generative KI-Werkzeuge im Studium einsetzen. Die Befragung wurde im vergangenen Winter an rund 12.000 Studierende aller Fachrichtungen und Semester gerichtet. 359 Rückmeldungen aus einem repräsentativen Sample ergaben, dass die meisten Studierenden KI vor allem als Lernhilfe nutzen, um Aufgaben schneller zu erledigen, Lernzeiten zu organisieren, Vorlesungsstoff zu erklären, Hausaufgaben zu lösen, aus Fehlern zu lernen, Prüfungen zu simulieren oder Stress abzubauen. Die Ergebnisse zeichnen ein differenziertes Bild der KI-Nutzung im Hochschulalltag. Etwa drei Viertel der Nutzer bewerten KI-Systeme als hilfreich beim Verständnis von Kursinhalten, zwei Drittel setzen sie bei wöchentlichen Hausaufgaben ein. Gleichzeitig variiert die Nutzung nach Fachrichtung: Informatikstudierende gehen tendenziell technischer und experimenteller mit den Modellen um, während Studierende der Mathematik statistischen Vorhersagen von KI-Systemen eher skeptisch gegenüberstehen. Auffällig ist auch, dass 40 Prozent der Teilnehmenden außerhalb des Studiums keine KI verwenden. Bei den 60 Prozent, die KI auch privat nutzen, erfolgt der Einsatz meist situationsbezogen, etwa zur Klärung spontaler Fragen im Alltag. Trotz der breiten Akzeptanz warnt das Center for Academic and Language Teaching der EPFL, CAPE, vor einer unkritischen Automatisierung des Lernens. In zwei inzwischen veröffentlichten Handbüchern ermutigt die Einrichtung Studierende, aktiv zu prüfen, ob KI tatsächlich ihren Lernprozess unterstützt oder ob kognitive Arbeit vollständig an Software ausgelagert wird. Laut der CAPE-Forschungs- und Lehrberaterin Olga Kasatkina fehlen bislang noch belastbare Erkenntnisse darüber, wie sich KI auf nachhaltige Lernleistung auswirkt. Die zentrale Sorge bestehe darin, dass Studierende mentale Herausforderungen zu früh an Technik delegieren. Die befragten Studierenden zeigen zugleich ein realistisches Verständnis für Chancen und Risiken. KI werde von ihnen als leistungsfähiges Werkzeug wahrgenommen, dessen Nutzen stark von einem reflektierten Einsatz abhänge. Kritisch sehen sie dagegen Verzerrungen, mögliche Missbrauchsszenarien wie Polarisierung, Privatsphärenverletzungen oder IT-Sicherheitsrisiken sowie negative soziale und ökologische Folgen. Druck zur KI-Nutzung spüren die Studierenden nach eigener Aussage kaum: 85 Prozent gaben an, sich little oder nicht unter Druck gesetzt zu fühlen. 60 Prozent berichteten, dass Lehrende den Einsatz von KI im Unterricht befürworten. Diese setzen die Technologie demnach überwiegend offen, aber unter der Erwartung ein, dass Nutzung informiert, transparent, maßvoll und verantwortungsvoll erfolgt.

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