Künstliche Intelligenz: Hype weicht Realität, aber Fortschritt geht weiter
Künstliche Intelligenz (KI) hat ihre frühen Hype-Prophezeiungen nicht erfüllt, doch das ist kein Grund zur Panik. Laut Berichten von Business Insider befindet sich die KI-Entwicklung aktuell in einer „Meh“-Phase – einer Phase, in der die Erwartungen sinken, die Realität aber langsam, aber stetig voranschreitet. Obwohl ChatGPT vor drei Jahren die Welt mit Visionen von einer vollständig automatisierten Arbeitswelt erschütterte, hat sich die Wirklichkeit als weniger dramatisch erwiesen. Eine Studie des MIT zeigte, dass nur fünf Prozent der untersuchten Unternehmen KI erfolgreich in echte Umsätze umwandeln konnten. Trotzdem bleibt die Technologie auf einem langfristigen Weg der Transformation. Wie bei früheren Technologien – etwa dem Internet oder der Mobilfunk-Revolution – ist der Übergang weniger ein Sprung, sondern ein langsamer, schrittweiser Wandel. Unternehmen und Investoren müssen Geduld aufbringen, auch wenn die Rechnungen für KI-Infrastruktur steigen. In der Finanzwelt reagieren die jungen Fachkräfte ambivalent: Eine Umfrage bei Morgan Stanley-Praktikanten ergab, dass 96 Prozent KI-Tools nutzen, mehr als die Hälfte sogar kostenpflichtige Versionen – doch gleichzeitig befürchten viele, ihre Jobs könnten durch KI verdrängt werden. Gleichzeitig zeigt die Marktlage, dass Aktivisten wie Paul Singer mit Elliott Management zwar große Anteile bei Unternehmen wie Pepsi erwerben, solche Kampagnen heute weniger bedrohlich wirken als früher. Die Kämpfe um Unternehmensführung sind seltener eskalierend, was auf eine gewisse Reife im Aktivisten-Ökosystem hindeutet. Im Tech-Sektor bereitet Amazon einen großen Schritt vor: Intern dokumentiertes Material offenbart die Entwicklung von „Quick Suite“, einer agenzienbasierten KI-Plattform, mit der Unternehmen maßgeschneiderte KI-Agenten für Geschäftsprozesse erstellen können. Gleichzeitig hat Meta eine neue Bewertung seiner Unternehmenskultur erhalten – die ehemalige Politikmanagerin Christelle Dernon bezeichnete das Unternehmen in einem internen Post als „zufriedenstellend“, bevor sie ging. In der Politik ist ein Signal gesetzt: Nachdem Google 2024 als Monopolist verurteilt wurde, entschied ein Bundesrichter, dass das Unternehmen Chrome behalten darf – ein Zeichen, dass die staatliche Kontrolle über Big Tech möglicherweise an Intensität verliert. Im Business-Bereich werden immer bizarrere Marken-Kollaborationen populär – von einer Heinz-Ketchup-Handtasche bis zu einer Chipotle-Kollektion mit Urban Outfitters – die vor allem bei der jungen Generation auf Anklang stoßen, wenn sie authentisch wirken. Instagram hat endlich eine iPad-Version veröffentlicht, die von Kritikern als „Cadillac des Doomscrollings“ bezeichnet wurde. Und im Hamptons offenbarte eine Reise, dass die scheinbar idyllische Welt der Reichen von Spannungen zwischen Reichtum und lokaler Gemeinschaft durchzogen ist. Industrieexperten sehen in der aktuellen „Meh“-Phase keine Enttäuschung, sondern eine notwendige Phase der Realisierung. „Die KI wird nicht wie ein Blitz einschlagen, sondern sich wie eine Welle entwickeln“, sagt ein Analyst von McKinsey. Unternehmen, die langfristig investieren und praktische Anwendungsfälle finden, werden am Ende die Gewinner sein. Die Geduld der Nutzer und Investoren ist jedoch eine begrenzte Ressource – und die Frage, ob die KI die Versprechen halten kann, wird zunehmend entscheidend.
