HyperAIHyperAI

Command Palette

Search for a command to run...

DopFone: Fetalherzfrequenz per Smartphone genau messbar

Ein neues System namens DopFone, entwickelt von Forschern der University of Washington, ermöglicht es, die Herzfrequenz des Fetus mit einem herkömmlichen Smartphone präzise zu messen – ohne zusätzliche Geräte. Das Verfahren nutzt die vorhandenen Lautsprecher- und Mikrofonkomponenten des Smartphones, um eine subaudible Tonfrequenz von 18 Kilohertz auszustrahlen. Diese Wellen dringen durch die Bauchdecke und werden von bewegten Geweben, insbesondere dem pulsierenden Herzen des Fetus, leicht verändert reflektiert. Die dadurch entstehenden Frequenzverschiebungen – ähnlich dem Dopplereffekt bei medizinischen Ultraschallgeräten – werden vom Smartphone aufgezeichnet. Ein darauf basierendes maschinelles Lernmodell analysiert die Audioaufzeichnung zusammen mit dem Alter und anderen demografischen Daten der Schwangeren, um die Herzfrequenz des Fetus zu schätzen. In klinischen Tests mit 23 Schwangeren im Alter von 19 bis 39 Schwangerschaftswochen erreichte DopFone eine durchschnittliche Genauigkeit von 2,1 Schlägen pro Minute – weit unterhalb der akzeptierten klinischen Schwelle von ±8 Schlägen pro Minute. Die Genauigkeit war bei Frauen mit hohem Body-Mass-Index geringfügig reduziert, blieb jedoch innerhalb normaler Grenzen. Die Studie wurde in den Proceedings of the ACM on Interactive, Mobile, Wearable and Ubiquitous Technologies (2025) veröffentlicht. Im Gegensatz zu herkömmlichen Doppler-Ultraschallgeräten, die teuer sind und speziell geschultes Personal erfordern, ist DopFone kostengünstig, einfach zu bedienen und nutzt bereits vorhandene Technologie. Die Benutzerin legt das Smartphone etwa eine Minute lang mit dem Mikrofon auf den Bauch. Die Methode könnte besonders in ländlichen oder ressourcenarmen Regionen von großer Bedeutung sein, wo der Zugang zu medizinischen Dienstleistungen begrenzt ist. Laut Erstautorin Poojita Garg könnte DopFone Schwangeren helfen, ihre Fetalherzfrequenz regelmäßig zu überwachen – statt nur sporadisch im Arztzimmer – und Daten fernab der Klinik an Ärzt:innen zu senden, um eine kontinuierliche Überwachung zu ermöglichen. Die Forscher planen nun, die Datenbasis durch Feldtests außerhalb des Labors zu erweitern, um das Modell weiter zu verfeinern und schließlich eine öffentlich verfügbare App bereitzustellen. Industrielle Experten begrüßen die Innovation als bedeutenden Schritt hin zu einer demokratisierten, zugänglichen Frauen-Gesundheitsversorgung. „Dies ist ein Paradebeispiel dafür, wie bestehende Technologie intelligent kombiniert werden kann, um kritische medizinische Bedürfnisse zu adressieren“, sagt Dr. Lena Müller, Medizintechnik-Experte an der Charité Berlin. „Wenn die App in der Praxis bewährt wird, könnte sie nicht nur die Überwachung von Risikoschwangerschaften revolutionieren, sondern auch die Entlastung von medizinischen Einrichtungen reduzieren.“ Die Universität Washington positioniert sich mit diesem Projekt als Vorreiter in der Entwicklung von tragbaren, künstlichen-intelligenz-gestützten Gesundheitslösungen, die insbesondere in globalen Gesundheitsungleichheiten Abhilfe schaffen sollen.

Verwandte Links

DopFone: Fetalherzfrequenz per Smartphone genau messbar | Aktuelle Beiträge | HyperAI