Muse, Instinct, Dot: Gratiszugang sichert Muse den Sieg
Ein Testbericht von Business Insider vergleicht die KI-Agenten Muse von Meta, Instinct und Dot von OpenAI in drei praxisnahen Aufgaben: E-Mail-Triage, Bestellung eines Mittagessens und Erstellung einer persönlichen Website. Die Bewertung fiel je nach Anwendungsfall unterschiedlich aus, am Ende dominierte jedoch die Zugänglichkeit über die reine Aufgabenleistung. Bei der Sichtung des Postfachs übertraf OpenAIs Dot die Konkurrenz. Der Agent erkannte nicht nur aktuelle Nachrichten, sondern knüpfte auch an eine mehrere Wochen zurückliegende Konversation mit einer Steuerberatung an. Er stellte die Frage, ob die Fristverlängerung für die Steuererklärung tatsächlich bestätigt worden war, und half damit, ein möglicherweise wichtiges Versäumnis frühzeitig aufzulösen. Instinct fiel durch einen positiven Fund auf, indem er eine Party-Einladung sicherte; der Workflow über SMS wurde in der Testbeschreibung jedoch als unangenehm empfunden. Muse erledigte die Triage zuverlässig, blieb aber ohne vergleichbaren Mehrwert. Die Lunch-Bestellung endete für alle drei Systeme unbefriedigend. Der Versuch, einen Salat zur Abholung bei einem lokalen Restaurant zu bestellen, löste bei allen Agenten Reibungsverluste aus. Muse half zunächst, das richtige Restaurant und Menü zu finden, verwendete aber versehentlich eine Karte aus einem Gesundheitskonto, das nur für medizinische Ausgaben freigegeben ist. Die Transaktion wurde zudem nicht final bestätigt. Instinct platzierte die Bestellung zwar, erforderte dafür aber mehrere SMS-Austausche und fügte keinen Trinkgeldschritt ein. Dot scheiterte zunächst wiederholt am Einmalcode zur Anmeldung und erstellte eine Browseroberfläche, in der das Login nicht korrekt genutzt werden konnte. In der Summe war der manuelle Weg über die Restaurantseite oder eine Lieferplattform einfacher. Beim Website-Aufbau zeigte sich der gleiche gemischte Stand der Agenten. Alle drei griffen auf Angaben aus dem Profil der Testperson und auf veröffentlichte Artikel zu. Instinct lieferte die formal unauffälligste, aber wenig ansprechende Variante und wählte teils veraltete Texte aus. Muse vermied ein großflächig platziertes Porträtfoto, das als befremdlich empfunden wurde, präsentierte jedoch eine als unbeholfen kritisierte Optik. Dot überzeugte beim Design und bei der Auswahl der Artikel, produzierte allerdings ebenfalls eine für die Redaktion unfreiwillig albern wirkende Textzeile. Die übergeordnete Erkenntnis des Vergleichs lautet, dass aktuelle KI-Agenten noch keine durchgängig verlässlichen Alltagsassistenten sind. Muse, Instinct und Dot zeigten jeweils spezifische Stärken, aber auch erhebliche Probleme bei Authentifizierung, Zahlungsdaten, Bestätigungslogik und der Verwaltung mehrerer paralleler Systeme. Für die breite Zielgruppe bleibt Meta Muse im Test die pragmatischste Wahl: Das Angebot ist aktuell kostenlos, während Dot nur im 100-US-Dollar-Plan verfügbar ist und Instinct zum Testzeitpunkt Zugangseinladungen voraussetzte. Der wichtigste Engpass ist derzeit weniger die einzelne Agentenleistung als die Nutzererfahrung: Die Systeme entlasten in klar abgegrenzten Aufgaben, erzwingen aber weiterhin Kontrolle, Korrekturen und Koordination.