OpenAI plant rechtliche Schritte gegen Apple wegen unzureichender Integration von ChatGPT
Kürzlich berichtete Bloomberg, dass sich OpenAI über das gescheiterte Kooperationsprojekt mit Apple zur Integration von ChatGPT zutiefst enttäuscht zeigt und erwägt, rechtliche Schritte gegen den iPhone-Hersteller zu unternehmen. Das Projekt wurde auf der WWDC im Juni 2024 angekündigt und sah eine tiefe Einbindung von ChatGPT in die Funktionen von Siri sowie der visuellen Intelligenz des iPhones vor; ursprünglich erwarteten beide Seiten Milliarden an Abonnementeinnahmen für OpenAI sowie Zugang zu einer Top-Traffic-Quelle. Die tatsächlichen Ergebnisse blieben jedoch weit hinter diesen Erwartungen zurück: Der Funktionszugang war schwer auffindbar, die Nutzerreichweite niedrig, und die erzielten Umsatzbeteiligungen lagen erheblich unter den internen Prognosen. Laut vertraulichen Quellen hat OpenAI bereits externe Rechtskanzleien beauftragt, um rechtliche Optionen auszuloten; möglicherweise wird zunächst ein formeller Vertragsverletzungsbrief versandt, bevor Klagen eingereicht werden. Konkrete Maßnahmen sollen voraussichtlich erst nach Abschluss des laufenden Rechtsstreits zwischen OpenAI und Elon Musk erfolgen. Auch bei Apple bestehen Unzufriedenheiten, insbesondere hinsichtlich der Datenschutzkonformitätsstandards von OpenAI sowie dessen Hardware-Ausrichtung, die maßgeblich durch ehemalige Apple-Führungskräfte wie Jony Ive geprägt ist. Die Konflikte zwischen Apple und externen Entwicklern sind kein Einzelfall: Von der Entfernung von Google Maps im Jahr 2012, die die Tech-Branche erschütterte, bis hin zum öffentlichen Widerstand von Steve Jobs gegen die Flash-Technologie im Jahr 2010 oder der Verhängung eines Bußgelds von 1,8 Mrd. Euro wegen Kartellvorwürfen gegenüber App Store-Anbietern im Jahr 2024 – Apple gilt seit langem als „mächtiger Plattform-Kontrolleur". Dennoch können geschäftliche Interessen Kompromisse erzwingen, wie jüngst sichtbar wurde, als Google Apple für rund 1 Mrd. USD pro Jahr Unterstützung beim nächsten Schritt seiner KI-Plattform Apple Intelligence durch das Modell Gemini zusicherte. Gleichzeitig befindet sich auch OpenAI selbst unter multiplen Druckfaktoren: Neben dem laufenden Rechtsstreit mit Elon Musk verschärft sich laut Berichten zudem die Beziehung zu dem größten Investor Microsoft aufgrund der Erwartung eines eigenen Börsengangs (IPO).
