China bekräftigt das Ziel, globale Führung in Technologie und KI zu übernehmen
China hat in dem kürzlich veröffentlichten „Fünfjahresplan für das 15. Fünfjahrprogramm" erneut betont, dass es vollumfänglich darum geht, die globale Führungsposition in vordergründigen Bereichen wie künstlicher Intelligenz und Quantentechnologie zu erringen. Der Plan wurde vor Kurzem verabschiedet und bekanntgegeben; er gilt als übergeordnete Entwicklungsstrategie Chinas mit einem Umsetzungszeitraum von 2026 bis 2030. Analysten weisen darauf hin, dass dieser Plan eine fundamentale Veränderung der Mentalität chinesischer Technologiepolitik widerspiegelt. Während China in den vergangenen fünf Jahren primär bestrebt war, sich an den USA aufzuschließen, zeigt es nun ein starkes Selbstbewusstsein im Bestreben um die Rolle eines echten Marktführers. Zu diesem Zweck verpflichtet sich die Regierung zu einer erheblichen Aufstockung der Forschungsinvestitionen; das wissenschaftliche Budget wird dieses Jahr voraussichtlich auf 426 Milliarden Yuan steigen – ein Anstieg von 10 % gegenüber 2025. Die strategische Bedeutung des Technologiesektors wurde auf dieselbe Ebene gehoben wie nationale Verteidigung, Wirtschaftswachstum sowie internationale Einflussnahme. Der Plan legt besonderen Wert auf technologische Eigenständigkeit und Stärke, um Engpässe bei Schlüsseltechnologien wie fortschrittlichen Halbleiterchips zu durchbrechen. Die Regierung plant umfassende Durchbrüche entlang der gesamten Wertschöpfungskette in sechs Kernbereichen: integrierte Schaltkreise, industrielle Werkzeugmaschinen, Hochpräzisionsinstrumente, Basisssoftware, fortgeschrittene Materialien und Biomanufacturing, um Risiken durch technologische Abhängigkeiten („Knebel-Effekte") auszuschalten. Diese konsequente Haltung resultiert hauptsächlich aus dem technologiepolitischen Wettbewerb zwischen den Vereinigten Staaten und China und zielt darauf ab, die Fähigkeiten der heimischen Industrie rascher zu stärken. Im Bereich der künstlichen Intelligenz sieht der Plan die Umsetzung einer nationalen Strategie unter dem Titel „KI plus" vor, wobei KI als kritische Ressourcenressource betrachtet wird. Dabei steht die Sicherheit der gesamten Lieferkette – vom Chip bis zur Basissoftware – im Fokus. Im letzten Jahr schockierte das kostengünstige Large Language Model des chinesischen Start-ups DeepSeek die Weltöffentlichkeit; dessen Leistungsfähigkeit kommt jener amerikanischer Tech-Giganten gleich und stärkte nachhaltig das Vertrauen Chinas in diesen Sektor. Zukünftig will China nicht nur Technologien entwickeln, sondern aktiv an der Gestaltung globaler Governance-Regeln für KI teilnehmen. Obwohl der Plan keine detaillierten Angaben zu spezifischen „außergewöhnlichen Maßnahmen" macht, gehen Beobachter davon aus, dass dazu etwa die Optimierung von Visabestimmungen zur Gewinnung ausländischer Wissenschaftler gehören könnten. Darüber hinaus werden Forschungsaktivitäten in weiteren Feldern wie Biotechnologie, Neurowissenschaften und Tiefraumerkundung beschleunigt vorangetrieben.
