US-Chipverluste drücken SK-Hynix-Aktien um 11 %
Asiens Halbleitermärkte verzeichneten am Donnerstag massive Kursverluste, die sich nahtlos an den nächtlichen Einbrüchen an den US-Börsen orientierten. SK Hynix verlor in Seoul über elf Prozent und korrigierte damit die Vormorgenrallye, während Konkurrent Samsung Electronics mit mehr als sieben Prozent nachgab. Auch in Japan zogen KI-relevante Ausrüster wie Advantest, SoftBank Group, Tokyo Electron und Renesas Electronics deutlich an. Der regionale Rückzug spiegelte den parallelen Verkaufstrend bei amerikanischen Titeln wie Micron Technology, Intel, Lam Research und Advanced Micro Devices wider. Als Haupttreiber identifizieren Analysten ein breites Profit-Taking nach einer monatelangen, von der künstlichen Intelligenz getriebenen Kursrallye. Zusätzlich wirkten sich regulatorische Signale dämpfend aus: Die vorübergehende Bauuntersagung für Großrechenzentren in New York sowie Gerüchte um Hedge-Geschäfte von CoreWeave bei Speicherpreisen belasteten die Stimmung. Der Futurum-Experte Rolf Bulk betonte jedoch, dass es sich um eine technische Korrektur und nicht um eine Fundamentalschwächung handele. Die strukturelle Nachfrage nach Hochleistungs-Speichern bleibe durch den Cloud-Ausbau für KI-Infrastruktur deutlich höher als das Angebot, was den führenden Herstellern weiterhin Preissetzungsmacht ermögliche. Marktbeobachter warnen zugleich vor konzentrierten Positionen. Louis Kondratev von XFUNDs verwies darauf, dass Halbleiter heute rund zwanzig Prozent des S&P-500-Index ausmachen, ein historisch extremes Niveau im Vergleich zu den früheren zwei bis fünf Prozent. Zwar bleibe die Gewinnentwicklung robust, doch die Überbewertung führe zwangsläufig zu einer Neupreisung der Risiken. Ein Gegenakzent setzte der niederländische Ausrüster ASML, der seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr ein zweites Mal nach oben korrigierte und mit einem beschleunigten Ausstoß von EUV-Lithografiemaschinen auf die anhaltende Investitionslust der Chipindustrie verwies. Die aktuelle Marktberuhigung lässt sich demnach als gesundheitsfördernde Bewertungskorrektur innerhalb eines langfristigen Wachstumszyklus interpretieren, bei dem fundamentale Infrastrukturbedürfnisse die kurzfristige Volatilität überlagern.
