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Applied Computing liefert KI-Modell für Öl- und Gasanlagen

Applied Computing, ein im Jahr 2023 gegründetes Startup mit Hauptsitz in London, hat eine Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe von zwanzig Millionen US-Dollar abgeschlossen. Das Investitionsvolumen wird vom Ingenieursdienstleister KBR angeführt, wobei Databricks Ventures ebenfalls beteiligt ist. Das Unternehmen entwickelt ein auf industriellen Prozessen basierendes KI-Grundlagenmodell namens Orbital, das speziell für die Öl-, Gas- und petrochemische Branche konzipiert wurde. Ziel ist es, die datengetriebene Steuerung komplexer Produktionsanlagen zu revolutionieren, wo einzelne Standorte oft mit Tausenden von Sensoren ausgestattet sind, deren Daten jedoch bislang fragmentiert genutzt werden. Das Kernproblem in der Branche liegt nach Angaben von Co-Gründer und CEO Callum Adamson darin, dass Betreiber aufgrund der Datenfragmentierung weniger als acht Prozent der verfügbaren Informationen in Entscheidungsprozesse einbeziehen. Orbital adressiert diese Lücke, indem es Zeitreihenanalysen, physikalische Modellierungen und sprachbasierte KI-Systeme in einer Echtzeitplattform vereint. Durch die kontinuierliche Analyse von Sensorwerten, technischer Dokumentation sowie chemisch-physikalischer Rahmenbedingungen erkennt das System Anomalien, identifiziert deren Ursachen und simuliert die Auswirkungen möglicher Korrekturmaßnahmen auf die gesamte Anlage. Laut Herstellerangaben lassen sich damit Untersuchungen, die zuvor Tage oder Wochen in Anspruch nahmen, innerhalb weniger Sekunden abschließen. Dies ermöglicht es Anlagenbetreibern, Energieeffizienz und Produktionsoutput gezielt zu optimieren, ohne die Prozesssicherheit zu gefährden. Die marktreife Umsetzung des Produkts wird bereits durch konkrete Kundenfälle belegt. Innerhalb von weniger als achtzehn Monaten verzeichnete Applied Computing ein wiederkehrendes Jahresumsatzvolumen im zweistelligen Millionenbereich. Das Modell wird derzeit bei mehreren börsennotierten Unternehmen der upstream-, downstream- und petrochemischen Sektoren eingesetzt. Eine strategische Integration erfolgte zudem in die digitale Plattform INSITE 3.0 von KBR, die unter anderem zur Optimierung der Ammoniakproduktion genutzt wird. Weitere Kooperationspartnerschaften mit dem Technologieanbieter Wipro sowie einem großen US-amerikanischen Explorationsspezialisten wurden bereits etabliert, während in Kürze eine Vereinbarung mit einem europäischen Ölkonzern folgen soll. Der Wettbewerb im Bereich industrieller KI und Prozesssimulation ist etabliert, mit Mitbewerbern wie AspenTech, AVEVA, Cognite und Seeq. Applied Computing differenziert sich jedoch durch den exklusiven Zugang zu proprietären Betriebsdaten aus laufenden Einsatzzahlen sowie durch die tiefe Vernetzung mit Branchenexperten via KBR. Simulierte oder öffentlich zugängliche Datensätze können den realen Anlagenbetrieb nach Herstellerangaben nicht vollständig abbilden, was Orbital einen klaren Mehrwert für praxisnahe Prognosen verschafft. Die erhaltenen Finanzmittel werden hauptsächlich für die internationale Expansion, den Ausbau der Forschungs- und Entwicklungsabteilungen sowie für Einstellungsmaßnahmen in den technischen Kernbereichen verwendet. Parallel dazu hat das Unternehmen eine neue Niederlassung in Houston eröffnet, um näher an den bestehenden nordamerikanischen Kundenstandorten zu agieren. Ein weiterer Ausbauschritt in den Nahen Osten ist bereits geplant. Durch diese strategischen Maßnahmen positioniert sich Applied Computing gezielt als skalierbarer Technologiepartner für die digitale Transformation der schweren Industrie.

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