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Google fördert Gas-Kraftwerk mit CO2-Abscheidung – Kritik an fossiler Abhängigkeit

Google hat einen umstrittenen Schritt in Richtung sauberer Energie unternommen: Die Firma unterstützt den Bau einer neuen Gas-Kraftwerksanlage namens Broadwing Energy Center in Illinois, die mit Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS) ausgestattet sein wird. Ziel ist es, den CO₂-Ausstoß aus der Stromerzeugung zu reduzieren, indem das Gasfeuerwerk die Emissionen einfängt und einen Kilometer unter der Erde lagert. Google wird „die meisten“ der geplanten 400 Megawatt Strom abnehmen, sobald das Werk 2030 in Betrieb geht. Die Firma begründet dies mit dem Ziel, „versprechende neue CCS-Lösungen auf den Markt zu bringen“ und schneller zu innovieren. Doch die Technologie steht unter massivem Zweifel. CCS hat in den USA eine schwierige Bilanz: Laut einer 2021 vom Government Accountability Office veröffentlichten Studie wurden fast 684 Millionen US-Dollar in sechs Kohle-Kraftwerke investiert, von denen nur eines jemals ans Netz ging. Die anderen scheiterten an wirtschaftlichen und technischen Herausforderungen. Zudem ist der Strom aus Kraftwerken mit CCS mindestens 1,5 bis zwei Mal teurer als aus Wind, Sonne oder herkömmlichen Gas- oder Kohlekraftwerken. In Australien erbrachte eine 2023 vorgenommene Analyse ähnliche Ergebnisse. Hinzu kommt, dass der Energiebedarf von Datenzentren – vor allem durch den Aufschwung künstlicher Intelligenz – bereits zu steigenden Stromrechnungen in den USA beiträgt. Die Broadwing-Anlage unterscheidet sich von früheren Projekten: Sie verbrennt Erdgas statt Kohle, was in den USA günstiger ist. Außerdem wird das CO₂ nicht wie bei früheren Projekten für die „verstärkte Ölförderung“ (EOR) verkauft, sondern dauerhaft unterirdisch gespeichert. Google behauptet, dass das Projekt bis zu 90 Prozent der Emissionen abscheiden kann – eine Quote, die über dem Durchschnitt liegt. Doch die Kritik bleibt laut: Erdgas verbrennt hauptsächlich Methan, ein Treibhausgas, das über 80 Mal wirksamer ist als CO₂ in den ersten Jahrzehnten nach Emission. Leckagen in Pipelines und Förderanlagen bleiben unberücksichtigt, und die Anlage produziert weiterhin Luftschadstoffe, die gesundheitliche Risiken für Anwohner bergen. Die Entscheidung erfolgt in einem politisch heiklen Umfeld. Unter der Trump-Administration werden Fördertöpfe für erneuerbare Energien zurückgefahren, während CCS weiterhin Subventionen erhält. Republikaner kürzen Steuervergünstigungen für Wind- und Solarenergie, nicht aber für CCS – was die Technologie als politisch gefördertes „Pfand“ für fossile Energien erscheinen lässt. Kritiker befürchten, dass solche Projekte die Energiewende verzögern, anstatt sie zu beschleunigen. Google, das selbst mit steigendem Energieverbrauch durch AI-Entwicklung konfrontiert ist, versucht, sein Klima-Image zu stärken – doch die Strategie bleibt umstritten. Ob CCS wirklich eine Brücke zur Nachhaltigkeit ist oder eine technologische Ablenkung, bleibt abzuwarten.

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