AI-Gründer wählt China statt US-Hochschule
William Chen, Mitbegründer des Singapur-basierten KI-Labs Sapient Intelligence, hat sich bewusst für ein Studium an der Tsinghua-Universität in Peking statt für renommierte US-Universitäten entschieden. Der 26-Jährige verband seine akademische Laufbahn mit einer strategischen Verflechtung der chinesischen und amerikanischen Tech-Ökosysteme. Nach seinem Schulbesuch in Michigan, wo er erste Erfahrungen in der Robotik sammelte, stand Chen vor der Wahl zwischen Angeboten der Georgia Institute of Technology und der Carnegie Mellon University sowie der Tsinghua-Universität. Trotz des in China verbreiteten Fokus auf reine Leistungsnoten überzeugten ihn die offenen Forschungsstrukturen, die exzellente Infrastruktur für Studierende mit Unternehmertambition und ein gewährtes Stipendium an der Tsinghua. Dort studierte er Maschinenbau und gründete mit seinem High-School-Kollegen Guan Wang die spätere Unternehmung. Um sich nicht von der dynamischen US-TechnologieSzene abzukoppeln, initiierte Chen während seiner Studienzeit systematisch Brücken zu seinem US-Netzwerk. In einem intensiven Reiseprogramm im Winter 2019 besuchte er Hochschulen von der Ost- bis zur Westküste, darunter MIT, Stanford, Berkeley und die University of Pennsylvania. Durch das direkte Teilhaben an Vorlesungen, Clubaktivitäten und Forschungsprojekten sicherte er sich wertvolle Einblicke in amerikanische Innovationsprozesse und knüpfte dauerhafte berufliche Kontakte, die ihm auch nach seinem Abschluss als verlässliche Netzwerkbasis dienten. Nach seinem Abschluss an der Tsinghua-Universität gründeten Chen und Wang im Jahr 2024 in Singapur Sapient Intelligence, ein auf künstliche allgemeine Intelligenz spezialisiertes Forschungsinstitut. Das inzwischen 50 Personen zählende Team ist auf Standorte in Singapur, Peking und Palo Alto verteilt und konzentriert sich auf die Entwicklung latenter KI-Modelle. Diese sollen komplexe Aufgaben wesentlich schneller und kosteneffizienter lösen als bestehende Systeme. Als Kernprodukt stellt das Unternehmen Praxist vor, ein autonomes Forschungstool, das Unternehmen dabei unterstützt, Forschungszyklen deutlich zu beschleunigen. Chens strategische Entscheidung für ein chinesisches Universitätsstudium bei gleichzeitiger Pflege US-amerikanischer Tech-Verbindungen hat sich als Erfolgsmodell für die Gründung eines international vernetzten KI-Labs erwiesen, das nun mit einer präzisen Technologie die Grenzen autonomer Forschungsarbeit verschiebt.