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vor 3 Monaten
OpenAI
Generative KI

Altman verteidigt KI: Menschliche Intelligenz verbraucht ebenfalls viel Energie

Sam Altman, CEO von OpenAI, hat während einer Veranstaltung des Indian Express in Indien auf die Umweltauswirkungen von Künstlicher Intelligenz eingegangen und dabei die gängigen Vorurteile über den Wasserverbrauch von AI-Systemen entschärft. Er betonte, dass Behauptungen wie „jede ChatGPT-Anfrage verbrauche 17 Gallonen Wasser“ völlig falsch seien und „völlig irrational“ – insbesondere weil moderne Rechenzentren keine Verdunstungskühlung mehr nutzen, die früher erhebliche Wassermengen verbraucht hatte. Stattdessen sieht Altman die eigentliche Herausforderung in der Gesamtenergiebilanz von AI, nicht in einzelnen Abfragen. Er räumt ein, dass der Energieverbrauch insgesamt zunehmend problematisch wird, da weltweit immer mehr Menschen und Unternehmen auf KI zugreifen. Um diesem Trend entgegenzuwirken, plädiert er für einen schnellen Übergang zu erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne sowie zu Kernenergie. Ein weiterer Punkt im Gespräch war die oft übertriebene Diskussion über den Energieverbrauch pro Anfrage. Auf die Frage, ob eine einzelne ChatGPT-Abfrage dem Energieverbrauch von 1,5 iPhone-Batterien entspricht, erklärte Altman, dass dies „keinesfalls der Fall“ sei. Er kritisierte zudem die Art und Weise, wie die Energieeffizienz von KI im Vergleich zu Menschen bewertet wird: Während viele die Energie für das Training eines KI-Modells hervorheben, vergessen sie, dass auch die menschliche Entwicklung enorm viel Energie erfordert – über Jahrzehnte, durch Nahrungsaufnahme und die evolutionäre Entwicklung von Milliarden Menschen. „Es brauchte 100 Milliarden Menschen, um uns zu erschaffen – und das hat Energie gekostet“, sagte er. Seiner Ansicht nach ist die faire Vergleichsgrundlage nicht das Training, sondern der Energieverbrauch bei der tatsächlichen Nutzung: Wenn ein KI-Modell bereits trainiert ist, verbraucht es pro Antwort im Vergleich zum Menschen bereits vergleichbare oder geringere Energien. In diesem Sinne sei KI bereits auf einer energieeffizienten Ebene angekommen. Die fehlende gesetzliche Pflicht zur Offenlegung von Energie- und Wasserverbrauch durch Tech-Unternehmen erschwert unabhängige Studien. Dennoch wächst der Druck, die Nachhaltigkeit von Datenzentren zu überprüfen, besonders da diese mit steigenden Stromkosten und zunehmendem Energiebedarf verbunden sind. Altman betont, dass die Diskussion nicht nur auf technische Zahlen, sondern auch auf einen fairen, kontextbezogenen Vergleich abzielen sollte. Sein Fazit: KI ist kein Energieverschwender per se – im Gegenteil, sie könnte im langfristigen Vergleich sogar effizienter sein als menschliche Intelligenz, wenn man die gesamte Entwicklungsgeschichte berücksichtigt. Industrieexperten sehen Altmans Argument als Teil einer notwendigen Debatte über die Nachhaltigkeit von KI. „Er hebt einen wichtigen Punkt hervor: Die Diskussion muss über einzelne Zahlen hinausgehen und den gesamten Lebenszyklus betrachten“, sagt Dr. Lena Müller, Forscherin für digitale Nachhaltigkeit am Karlsruher Institut für Technologie. OpenAI, gegründet 2015, ist ein führendes Unternehmen in der Entwicklung von KI-Modellen wie GPT-4 und steht im Fokus der globalen AI-Debatte. Die Forderung nach schnelleren Übergängen zu grüner Energie wird von vielen Experten geteilt – auch wenn die genauen Zahlen weiterhin umstritten bleiben.

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