Pentagon Labels Anthropic Supply Chain Risk, Yet Microsoft Confirms Claude Remains Available to Commercial Users
Das US-Verteidigungsministerium hat die KI-Firma Anthropic und ihre Produkte kürzlich offiziell als „Lieferkettenrisiko" eingestuft – zum ersten Mal wendet Washington diese Bezeichnung an, die üblicherweise gegen ausländische Akteure gerichtet ist, nun aber auch auf ein inländisches Technologieunternehmen. Die Entscheidung resultiert aus einem langjährigen Patt: Der CEO von Anthropic, Dario Amodei, weigerte sich kategorisch, seine Modelle für eine großangelegte Überwachung der amerikanischen Bevölkerung einzusetzen oder autonome Waffensysteme ohne menschliches Eingreifen zu entwickeln. Das Pentagon hingegen bestand darauf, dass private Auftragnehmer keine Einschränkungen bei der Nutzung ihrer KI auferlegen dürfen. Obwohl das Verteidigungsministerium Anthropic und dessen Produkte als Lieferkettenrisiko einstufte, blieb es im geschäftlichen Bereich zunächst stabil. Nach sorgfältiger Prüfung rechtlicher Risiken kündigte Microsoft an, dass die Modelle von Anthropic weiterhin über deren Plattformen wie Azure, GitHub und Microsoft 365 für allgemeine Nutzer verfügbar bleiben sollen; lediglich dem Verteidigungsministerium sind sie untersagt worden. Microsoft und Anthropic unterhalten bereits seit längerer Zeit eine enge Partnerschaft. Derzeit plant Anthropic, gegen diesen administrativen Erlass Klage einzureichen, während das Pentagon mit harter Rhetorik antwortet, Verhandlungen seien endgültig gescheitert und das Verhältnis zwischen beiden Parteien habe den Tiefpunkt erreicht. Dieser Vorfall könnte nicht nur die Kooperationsmodelle zwischen der US-Streitkräfte und privaten Technologiefirmen neu definieren, sondern wirft zudem tiefgreifende Bedenken hinsichtlich der Frage auf, ob die Regierung befugt ist, durch administrative Macht die Werte heimischer Technologieunternehmen unterdrücken zu können.
