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Amazon streicht Tausende Ingenieure trotz KI-Expansionsplänen

Amazon hat in seiner bisher größten Entlassungswelle in der Unternehmensgeschichte mehr als 14.000 Mitarbeiter entlassen, darunter eine signifikante Zahl von Ingenieuren. Laut Warnmeldungen an staatliche Behörden in New York, Kalifornien, New Jersey und Washington entfielen fast 40 Prozent der rund 4.700 Stellenkürzungen in diesen Bundesstaaten auf Ingenieurpositionen – vor allem auf Softwareentwickler der mittleren Ebene (SDE II). Die Entlassungen betrafen nahezu alle Geschäftsbereiche, darunter Cloud-Computing (AWS), Geräte, Werbung, Einzelhandel und Lebensmittelgeschäfte. Gleichzeitig kürzte Amazon auch über 500 Produkt- und Programmmanager, wobei besonders Führungspositionen auf Senior- und Principal-Ebene betroffen waren. Die Maßnahmen sind Teil einer umfassenden Kostensenkung und Kulturumstellung, die CEO Andy Jassy seit Jahren vorantreibt, um das Unternehmen „start-up-artiger“ und agiler zu machen. Jassy sprach von einer „Kulturproblematik“, die durch ein lang andauerndes, unkontrolliertes Wachstum entstanden sei, was zu zu vielen Hierarchieebenen und verlangsamten Entscheidungsprozessen geführt habe. Obwohl Amazon betont, dass Künstliche Intelligenz (KI) nicht die primäre Triebfeder der Entlassungen sei, wird KI als zentraler Faktor für zukünftige Effizienzsteigerungen gesehen. Jassy erklärte im Gewinnaufruf, dass KI die Arbeitsweise der Unternehmensleitung verändern werde und die Kopfzahl in der Bürokratie in den kommenden Jahren reduzieren werde. Amazon hat bereits eigene KI-Tools wie Kiro entwickelt, um die Softwareentwicklung zu beschleunigen. Gleichzeitig verdrängt die Automatisierung durch KI-Code-Assistenten wie Cursor, OpenAI und Cognition die Nachfrage nach traditionellen Softwareentwicklern – eine Entwicklung, die auch bei Amazon spürbar wird. Die Kürzungen betrafen auch strategisch wichtige, aber unprofitable Projekte: Der Telehealth-Dienst, ein Kinder-Video-Call-Gerät, ein Fitness-Tracker und mehrere physische Einzelhandelsketten wurden eingestellt. Auch die Spieleabteilung wurde massiv zurückgefahren. Steve Boom, Leiter von Audio, Twitch und Games, gab bekannt, dass in den Studios in San Diego und Irvine „erhebliche Stellenkürzungen“ erfolgen würden, insbesondere bei Game-Designern, Künstlern und Produzenten. Die Entwicklung von „Triple-A“-MMOs, darunter ein „Lord of the Rings“-Spiel, wird eingestellt, obwohl bereits Titel wie Crucible und New World veröffentlicht wurden. Zudem wurden Teams für visuelle Suchfunktionen wie Amazon Lens und Lens Live deutlich reduziert – ein Bereich, der durch KI-Technologie zunehmend automatisiert wird. Auch die Werbeabteilung in New York wurde stark dezimiert: Mehr als 140 Stellen in Werbevertrieb und Marketing wurden gestrichen, was etwa 20 Prozent der dortigen Entlassungen ausmachte. Die Entlassungen sind Teil eines weltweiten Trends: Laut Layoffs.fyi wurden in diesem Jahr bereits fast 113.000 Stellen bei 231 Tech-Unternehmen gestrichen. Analysten sehen in den Maßnahmen eine Reaktion auf übermäßiges Wachstum während der Pandemie und den Druck, bei steigenden Gewinnen effizienter zu werden. Experten betonen, dass Amazon trotz der Kürzungen weiterhin stark in KI investiert – eine Strategie, die langfristig die Arbeitswelt verändern könnte. Die Unternehmen werden zunehmend darauf setzen, mit weniger Personal schneller zu innovieren – eine Herausforderung, die die Balance zwischen Effizienz und kreativer Leistung auf die Probe stellt.

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