Roboter testen Wäsche waschen – Ist die Zukunft der Haushaltsroboter nah?
Auf der CES 2024 präsentierten zahlreiche Unternehmen humanoiden Roboter, die angeblich Haushaltsaufgaben wie das Waschen von Wäsche übernehmen sollen. LG stellte mit CLOiD einen Haushaltsroboter vor, der laut Hersteller Aufgaben wie das Vorbereiten von Mahlzeiten und das Beladen der Waschmaschine bewältigen kann. SwitchBot zeigte den Onero H1, einen humanoiden Helfer für Alltagsaufgaben, während Boston Dynamics, WIRobotics und Zeroth noch beeindruckendere Prototypen vorstellten. Die Fortschritte in Künstlicher Intelligenz und Robotik haben die Fähigkeiten von Robotern deutlich erhöht – doch die entscheidende Frage bleibt: Können sie tatsächlich die komplexen Schritte des Wäschebergens meistern? Laundry ist eine mehrstufige Aufgabe: Wäsche einsammeln, sortieren, in die Maschine laden, nach dem Waschen entnehmen, falten und tragen. Obwohl bereits Roboter für Bodenreinigung und Rasenmähen existieren, bleibt die Wäsche ein bisher ungelöstes Rätsel für die Automatisierung. Auf der Messe zeigten viele Hersteller Demonstrationsvideos, in denen Roboter die Waschmaschine beluden und Kleidungsstücke falten – doch wie gut funktioniert das in der Praxis? The Verge setzte sich dieser Frage anhand eines Live-Tests auf der Messe an. Senior-Redakteurin Jennifer Pattison Tuohy testete mehrere Roboter direkt vor Ort, um zu prüfen, ob die versprochene Leistung auch in der Realität hält. Die Ergebnisse waren gemischt: Einige Roboter konnten einfache Aufgaben wie das Einlegen von Wäsche in die Maschine mit überraschender Präzision erledigen, andere scheiterten an feinen Details – wie dem richtigen Faltmuster oder dem Umgang mit empfindlichen Stoffen. Die Herausforderungen liegen in der Sensorik, der Greifkraft und der Entscheidungsfindung bei variabler Wäscheform und -material. In Gesprächen mit Experten wie dem Präsidenten von Roborock und dem CEO von Zeroth wurde deutlich: Die Entwicklung humanoider Roboter ist technisch beeindruckend, aber noch weit von einer Alltagstauglichkeit entfernt. Viele Experten zweifeln an der Wirtschaftlichkeit und Nutzbarkeit solcher komplexen Maschinen. Gegenüber den großen, vielseitigen Robotern dominieren auf der CES auch kleinere, spezialisierte Geräte – etwa automatische Wäschefalzmaschinen oder intelligente Waschmaschinen mit Smart-Features –, die bereits heute praktische Lösungen bieten. Die Frage bleibt: Brauchen wir wirklich einen humanoiden Roboter, der die Wäsche macht? Oder reichen uns bereits spezialisierte, kostengünstigere Geräte? Die Antwort scheint zu sein: Die Zukunft der Haushaltsrobotik liegt nicht unbedingt in den humanoiden Prototypen, sondern in der intelligenten Integration kleiner, effizienter Maschinen. Industrielle Experten sehen die humanoiden Roboter als technologische Leuchttürme, die langfristig vielversprechend sind, aber noch Jahre von einer breiten Marktreife entfernt sind. Für den Alltag bleiben spezialisierte Geräte die realistischere Wahl – zumindest vorerst.
