KI: Schärft dein Denken oder macht es träge?
Der CEO von Google DeepMind, Demis Hassabis, hat in einem Interview mit Unternehmer Varun Mayya auf der India AI Impact Summit-Side-Event betont, dass Künstliche Intelligenz (KI) wie das Internet sei: Sie kann das Denken schärfen oder langsam abnutzen – je nachdem, wie man sie nutzt. Hassabis verglich die KI mit der Welt des Internets, das sowohl als Werkzeug für tiefgreifendes Lernen als auch als Quelle für oberflächliche Informationsaufnahme dienen kann. „Wenn du KI faul nutzt, wird sie dich schlechter in der kritischen Analyse machen“, warnte er. Gleichzeitig betonte er, dass die Verantwortung für die Nutzung bei jedem Einzelnen liegt: „Niemand kann dir dabei helfen, das falsch zu machen – es hängt von dir ab.“ Sein Appell richtet sich an Nutzer, KI bewusst und gezielt einzusetzen, um ihr Potenzial zur kognitiven Verbesserung zu nutzen, statt sie als Ersatz für eigenes Denken zu missbrauchen. Hassabis, Mitbegründer von DeepMind 2010, dessen Unternehmen Google 2014 übernahm, ist seit 2023 Teil des fusionierten Google DeepMind, der Forschungseinheit hinter Produkten wie Gemini und Nano Banana. Zusammen mit Kollegen John Jumper erhielt er 2024 den Nobelpreis für Chemie für bahnbrechende Arbeiten in der Vorhersage von Proteinstrukturen mittels KI. Die Diskussion um die kognitiven Auswirkungen von KI wird immer heftiger. Tech-Milliardär Mark Cuban äußerte kürzlich auf X (früher Twitter), dass es zwei Arten von Nutzern großer Sprachmodelle (LLMs) gebe: „Die einen nutzen sie, um alles zu lernen, die anderen, um gar nichts mehr lernen zu müssen.“ Cuban bezeichnete KI-Modelle als „dumm, aber wie einen Savant, der sich an alles erinnert“ – also wissensreich, aber ohne echtes Verständnis. Ähnlich äußerte sich auch Arthur Mensch, CEO von Mistral AI, auf einer Konferenz im Juni: Der größte Risiko der KI sei nicht ihre Übermacht, sondern die Gefahr, dass Menschen durch ihre Abhängigkeit zu bequem und faul werden, sodass sie aufhören, selbst zu denken oder zu handeln. Insgesamt zeichnet sich ein konsensfähiger Tenor ab: KI ist ein mächtiges Werkzeug, das die menschliche Intelligenz erweitern kann – aber nur, wenn sie mit Verstand und Selbstreflexion eingesetzt wird. Die Verantwortung liegt beim Nutzer, nicht bei der Technologie selbst.
