NVK-Treiber ermöglicht nun experimentellen DLSS-Support
Der quelloffene Vulkan-Treiber NVK für Nvidia-Grafikchips im Mesa-Projekt hat eine experimentelle DLSS-Unterstützung erhalten, die kürzlich in der Entwicklungsversion Mesa 26.2 eingezogen ist. Die Umsetzung erfolgt nicht durch eine Neuentwicklung des Upscaling-Verfahrens, sondern indem NVK über die Vulkan-Erweiterung VK_NVX_binary_import die bereits von Nvidia bereitgestellten, vorkompilierten CUDA-Binärdateien lädt und auf der Hardware ausführt. Da die Implementierung noch nicht vollständig stabil ist, bleibt die Funktion hinter der Umgebungsvariable NVK_EXPERIMENTAL=dlss versteckt und steht nur für Grafikkarten zur Verfügung, für die entsprechende Bytecode-Pakete existieren. Im Gegensatz zum proprietären Nvidia-Treiber, der PTX-Schnittstellencode zur Laufzeit kompiliert, fehlen NVK die notwendigen Übersetzungsroutinen, um den Code in die Mesa-interne Repräsentation NIR zu konvertieren. Dennoch markiert dieser Schritt einen bedeutenden Meilenstein, da er eine der größten Diskrepanzen zwischen dem offenen und dem proprietären Linux-Treiber für Nvidia-Hardware schließt. Die Entwicklung von NVK begann 2022 unter der Leitung von Faith Ekstrand (Collabora) sowie Karol Herbst und Dave Airlie (Red Hat). Der Treiber, der auf dem Nouveau-Kernelmodul aufsetzt, unterstützt die Turing-Architektur und nachfolgende Generationen und bestand Ende 2024 als erster quelloffener Vulkan-Treiber für Nvidia-Grafikkarten die konformitätsprüfende Vulkan-1.4-Spezifikation des Khronos-Konsortiums. Auf der XDC2025 kündigte Ekstrand an, dass NVK in vielen Spielen derzeit etwa die Hälfte der Performance des offiziellen Nvidia-Treibers erreicht und die Raytracing-Implementierung noch in der Entwicklungsphase sei. Zudem betonte er die knapp bemessenen Entwicklerressourcen, die das Vorantreiben des Projekts erschweren. Parallel dazu bleibt die DLSS-Integration im weiteren Linux-Grafikstack unausgeglichen. Aktuelle Spiele-Emulationsschichten wie VKD3D-Proton von Valve unterstützen beispielsweise noch nicht die jüngsten DLSS-Varianten. Die experimentelle NVK-Funktion, deren Code ursprünglich von Autumn Ashton initiiert und kürzlich von Thomas Andersen weitergeführt wurde, zeigt dennoch die wachsende Reife der Open-Source-Grafikentwicklung. Sie bietet Linux-Nutzern und Entwicklern eine wichtige Perspektive, um die Abhängigkeit von proprietären Komponenten zu verringern, auch wenn die volle Stabilität und Leistungsfähigkeit vorerst noch ausstehen.
