Stanford startet neue KI-Tools am 30. Juni
Ab dem 30. Juni stellt die Stanford University ihren Angehörigen zentrale Lizenzen für drei führende KI-Plattformen bereit: ChatGPT Edu von OpenAI, Gemini Enterprise von Google sowie Claude for Education von Anthropic. Die Einführung erfolgt im Rahmen eines Campus-Pilotprogramms, das bis August 2027 läuft. Initiiert wurde das Angebot als Reaktion auf den hohen Bedarf an KI-Tools, die bislang oft individuell erworben wurden. Die zentralisierte Lizenzierung gewährleistet verbesserte Datenschutzstandards, wirtschaftliche Konditionen und unterstützt gezielt die Lehr- und Forschungsziele der Universität. Für alle Mitglieder der Community, einschließlich Lehrender, Studierender, Postdocs und Mitarbeitender, wird der Zugang ab Juni standardisiert ermöglicht. ChatGPT Edu erfordert die Registrierung über ein Online-Formular, die Identitätsbestätigung per Single Sign-On und die Annahme von Nutzungsbedingungen. Über das GPT-5-Modell sowie integrierte Coding- und API-Funktionen werden akademische und administrative Aufgaben unterstützt. Bei Gemini Enterprise entfällt die separate Registrierung: Nutzer mit einem Stanford-Google-Konto erhalten die Enterprise-Funktion automatisch beim ersten Login über die SUNet-ID. Der Zugang zu Claude for Education folgt einem ähnlichen Registrierungsverfahren. Das Angebot gliedert sich in die Modelle Claude Chat, Claude Code und Claude Cowork sowie diverse Konnektoren für Cloud-Dienste und Zusammenarbeitstools. Angesichts der erweiterten Funktionalitäten rückt der Datenschutz in den Vordergrund. Die IT-Abteilung betont, dass sensible Informationen wie Studentendaten, Gesundheitsdaten nach HIPAA oder finanzielle Informationen strikt den Richtlinien für verantwortungsvolle KI-Nutzung entsprechen müssen. Grundsätzlich bleibt die individuelle Verantwortung für die Überprüfung von KI-Ergebnissen erhalten. Für die Datenklassifizierung gelten konkrete Freigaberegeln: ChatGPT Edu und Gemini Enterprise sind für Daten der Risikoklassen niedrig, mittelhoch und hoch sowie für geschützte Gesundheitsinformationen freigegeben. Bei Claude gelten besondere Einschränkungen. Während Claude Chat keine solchen Daten verarbeiten darf, erfordert deren Nutzung der Umweg über das Stanford AI API Gateway. Zusätzlich unterliegen neue Konnektoren und wiederkehrende Workflows einer separaten Sicherheitsprüfung. Für die School of Medicine sind bestimmte Konnektoren aus Compliance-Gründen standardmäßig deaktiviert. Parallel zur Freischaltung werden umfassende Schulungsangebote initiiert. Mitarbeitende werden zur Absprache mit Vorgesetzten sowie zur Inanspruchnahme interner Trainings ermutigt. Studierende sind angewiesen, die fakultätsinternen KI-Richtlinien für Lehrveranstaltungen zu beachten. Für Nutzer mit intensiven Anforderungen bieten die Anbieter kostenpflichtige Upgrade-Pakete an, die exklusiv über Stanford zu vergünstigten Konditionen lizenziert werden. Die Kosten werden anteilig berechnet und über interne budgetverantwortliche Konten abgewickelt. Die Evaluierung der Auslastung erfolgt vor Ablauf des Pilotzeitraums und bildet die Grundlage für eine eventuelle dauerhafte Weiterführung.
