ChatGPT Health importiert Patientendaten aus Epic
OpenAI hat die Integration von ChatGPT Health in das elektronische Patientenakten-System (EHR) von Epic bekanntgegeben. Epic verwaltet klinische Daten von über 325 Millionen Patientinnen und Patienten. Durch die Zusammenarbeit können Kliniker fortan Terminvermerke, Laborergebnisse, Medikationspläne und fachärztliche Gutachten importieren und durch die KI zusammenfassen lassen. Das System unterstützt bei der Analyse von Patientenhistorien, der Erkennung von Befundveränderungen und der Vorab-Bewertung für Arztgespräche. In einigen Deployment-Szenarien ist ChatGPT direkt in die EHR-Oberfläche eingebettet, sodass medizinisches Fachpersonal klinische Zeitstrahlen erstellen kann, ohne die Patientenakte zu verlassen. Aus Sicherheitsgründen ist der Datenzugriff strikt schreibgeschützt; die KI schreibt keine Informationen zurück in die Akten. Für Organisationen mit einem bestehenden Business Associate Agreement (BAA) werden neben der Gesundheitsversion auch ChatGPT Work, Codex sowie spezifische Connectors in geschlossenen Arbeitsumgebungen ermöglicht, um compliance-konforme Workflows zu gewährleisten. Ergänzend führt OpenAI ein Healthcare-Public-Data-Plugin ein, das automatisiert Daten aus ClinicalTrials.gov, CMS Coverage, RxNorm, DailyMed und PubMed abruft. Dieses Tool unterstützt bei der Auswertung von Studienergebnissen, Medikamentenkennungen und Versorgungsrichtlinien. Die Ankündigung folgt auf die öffentliche Freigabe von ChatGPT für Gesundheit in den USA im vergangenen Monat, bei der wöchentlich rund 300 Millionen Gesundheitsanfragen generiert werden. OpenAI unterstreicht nach wie vor, dass die KI nicht für klinische Diagnosen oder Therapieentscheidungen zugelassen ist. Evaluierungen mit über 4.300 Ärztinnen und Ärzten in 27 Anwendungsszenarien zeigten eine Trefferquote von 99,1 Prozent in Bezug auf die Sicherheit der Antworten. Dennoch bleiben Haftungsrisiken bestehen: In der Vergangenheit verklagten sowohl ein Pastor aus Florida als auch die Angehörigen eines US-amerikanischen Nutzers das Unternehmen, da vorgeblich von der KI abgegebene Dosierungsempfehlungen zu lebensbedrohlichen Gesundheitszuständen führten. Die nahtlose Integration in klinische Arbeitsabläufe bleibt damit ein sensibler Balanceakt zwischen Workflow-Optimierung und dem Nachweis der patientenseitigen Unbedenklichkeit.