Buffett investiert in Alphabet, Russo warnt vor US-Debt und schwachem Dollar
Der langjährige Anleger Tom Russo, Managing Member von Gardner Russo & Quinn, betont, dass die wachsende US-Staatsverschuldung und die Abwertung des US-Dollars eine größere Bedrohung für die Finanzmärkte darstellen als ein möglicher Einbruch der Kurse von KI-Aktien. Sein Fonds hält mit 1,1 Milliarden US-Dollar eine der größten Positionen in Alphabet, dem Mutterkonzern von Google, und zusätzlich 1,8 Milliarden US-Dollar in Berkshire Hathaway, dem Unternehmen von Warren Buffett – zusammen machen diese Anteile 31 Prozent des Fondsportfolios aus. Die jüngste Investition von Berkshire in Alphabet, die 17,8 Millionen Aktien umfasst und einen Wert von 4,3 Milliarden US-Dollar hat, überraschte viele Beobachter, da Buffett traditionell technologische Wachstumsaktien gemieden hat. Laut Russo könnte Berkshire bereits in der ersten Hälfte des dritten Quartals eingestiegen sein, als die Aktie bei unter 180 US-Dollar lag. Seitdem stieg der Kurs um fast 40 Prozent auf 244 US-Dollar und ist bis auf über 285 US-Dollar gestiegen – was die Investition auf einen Wert von rund 5,1 Milliarden US-Dollar bringt. Trotz des starken Anstiegs sieht Russo Alphabet weiterhin als attraktiv, da das Unternehmen nach wie vor ein „unterdurchschnittliches“ Kurs-Gewinn-Verhältnis aufweist. Er lobt Alphabets Fähigkeit, langfristig in Forschung und Entwicklung zu investieren, auch wenn dies kurzfristig die Gewinne belastet. Die Firma setzt auf „Moonshots“ wie Waymo, DeepMind und KI-Plattformen wie Gemini, wobei Russo die offene Haltung gegenüber riskanten, aber potenziell hochverzinslichen Projekten schätzt. Zudem verfügt Alphabet über ein massives Cash-Reservoir, vergleichbar mit Berkshire, und ist eine Schlüsselrolle im KI-Ökosystem. Dennoch warnt Russo vor Risiken: Die geplanten Kapitalausgaben für 2025 sollen über 90 Milliarden US-Dollar betragen, und es ist ungewiss, ob die KI-Investitionen die gleichen skalierbaren Renditen bringen wie frühere Initiativen. Zudem könnte die Ära der außergewöhnlich hohen Margen im Suchgeschäft mit der Einführung von Gemini vorbei sein. Russo betont, dass Alphabet nicht nur ein Technologieunternehmen sei, sondern eine zentrale Plattform für weltweiten Handel und Marketing – „tief in der Wirtschaft der Welt verankert“ –, was ihm Widerstandsfähigkeit gegenüber neuen Konkurrenten verleiht. Gleichzeitig sieht er die US-Staatsverschuldung, die sich innerhalb von zehn Jahren von unter 20 auf über 38 Billionen US-Dollar verdoppelt hat, als größere Gefahr. Die wachsende Belastung durch Zinszahlungen und die mögliche Schwächung des US-Dollars als Weltreservewährung könnten tiefgreifende Auswirkungen auf die Bond- und Devisenmärkte haben. Die wirtschaftliche und geopolitische Stabilität der USA hängt eng mit dem Vertrauen in die Währung und die Fähigkeit, langfristige Verpflichtungen zu erfüllen, zusammen. Eine Abkehr von der globalen Führung könnte die Lebensstandards der Bevölkerung beeinträchtigen und die Stabilität der Weltordnung gefährden. „Niemand sollte den Verbraucher die Möglichkeit geben, sich anderswo zufrieden zu stellen“, zitiert Russo Charlie Munger – ein Prinzip, das auch für die wirtschaftliche Dominanz der USA gelte. Russo wird von Branchenexperten als konservativ, aber visionär angesehen. Sein Fonds gilt als Vorbild für langfristiges, fundiertes Anlegen. Alphabet gilt als KI- und Wachstumslieferant, während Berkshire Hathaway als bewährter Wertinvestor gilt – ihre Verbindung durch Buffett und Russo unterstreicht eine seltene Synergie zwischen traditionellem und innovativem Kapital.
