RAG-Prompts dynamisch aus Basis und Regeln erstellen
Im Rahmen der fortlaufenden Entwicklung des Enterprise-Dokumentenintelligenz-Ökosystems wurde das Generierungsmodul als zentrales Bauteil eines Retrieval-Augmented-Generation-Systems veröffentlicht. Der neue Architekturansatz adressiert ein verbreitetes Entwicklungsproblem: die schleichende Abwanderung zu monolithischen Prompts, die durch exponentiell wachsende bedingte Klauseln an Komplexität und Fehleranfälligkeit verlieren. Stattdessen setzt das System auf einen typbasierten Dispatcher, der bei jedem Anfrageeingang dynamisch das passende Antwort-Schema auswählt und das System-Prompt aus einem festen Kern sowie kontextspezifischen Modulen zusammensetzt. Die Steuerung erfolgt über eine stark strukturierte Datenstruktur, die neben der ursprünglichen Anfrage typisierte Schlüsselwörter, erwartete Antwortformen, Umfangsfilter und einen Ausführungsplan enthält. Strukturelle Hinweise wie explizite Seitenangaben werden dabei direkt aus der Nutzerfrage extrahiert und steuern die Datenauswahl ohne zusätzliche Pipeline-Flags. Das System-Prompt kombiniert eine globale Vertragsdefinition mit modulausgewählten Formatierungs- und Unterscheidungsfetzen. Dieser kompositionelle Ansatz eliminiert kombinatorische Explosionen und gewährleistet, dass nur die tatsächlich relevanten Regeln das Sprachmodell erreichen. Bei der Kontextverarbeitung bietet das System zwei bewährte Strategien: die kombinierte Abfrage mehrerer Suchtreffer in einem einzigen Durchlauf für komplexe, quellenübergreifende Synthesen, sowie die sequenzielle Verarbeitung mit früher Terminierung für punktuelle Fakten. Diese Entscheidung wird upstream durch die Fragenklassifizierung getroffen und optimiert Token-Kosten sowie Antwortqualität. Ein zentrales Qualitätsmerkmal ist die lückenlose Trace-Persistenz. Statt nur des Ausgabetexts werden alle Anfrageparameter, Rohantworten, Modellversionen und Verarbeitungsfragemente gespeichert. Dies schafft eine vollständige forensic Audit-Trail für spätere Qualitätsprüfungen oder regulatorische Anforderungen. Für den industriellen Einsatz wurde zudem ein per-Feld-Evidence-Wrapper entwickelt. Anstatt Beweise nur auf Anforderungsebene zu speichern, kapselt jedes einzelne Ausgabefeld seinen konkreten Wert, die Quellzitation und Seitennummer. Ein nachgelagerter Validierungsschritt überprüft automatisch, ob alle zitierten Passagen tatsächlich im Quelldokument existieren, was Halluzinationen effektiv unterbindet. Ergänzend integriert das System dynamisches Few-Shot-Retrieval. Ähnliche, zuvor validierte Beispielantworten werden bei Anfrageeingang aus einer Datenbank abgerufen und als kontextspezifische Lernbeispiele injiziert, um wiederkehrende Formatierungsfehler zu korrigieren. Die Veröffentlichung des offenen Code-Repositorys unterstreicht den Standardisierungsansatz des Projekts. Die Architektur ersetzt die bisherige Black-Box-Modellsteuerung durch eine deterministische, auditierbare und kosteneffiziente Prompt-Orchestrierung. Damit schafft das Modul eine verlässliche Grundlage für regulierte Branchen, in denen Reproduzierbarkeit, Nachweisbarkeit und strikte Schema-Konformität vor generativer Flexibilität stehen.
