Französisches AI-Startup Mistral naht $14-Mrd-Wertung
Der französische KI-Startup Mistral AI steht laut Bloomberg vor der Abschluss einer Finanzierungsrunde von 2 Milliarden Euro, die dem Unternehmen eine Post-Money-Bewertung von 14 Milliarden US-Dollar einbringen soll. Damit würde Mistral zu einem der wertvollsten Tech-Startups Europas aufsteigen und sich als ernstzunehmender Konkurrent zu OpenAI positionieren. Der 2023 gegründete Anbieter wurde von ehemaligen Forschern von DeepMind und Meta gegründet und ist bekannt für seine Open-Source-Sprachmodelle sowie für Le Chat, seinen auf europäische Nutzer zugeschnittenen KI-Chatbot. Obwohl Mistral keine Stellungnahme abgibt, würde die Finanzierung die erste große Kapitalerhöhung seit Juni 2024 darstellen, als das Unternehmen noch mit 5,8 Milliarden Euro bewertet wurde. Bisher hat Mistral über 1 Milliarde Euro aus renommierten Investoren wie Andreessen Horowitz und General Catalyst eingesammelt. Die Investition kommt zu einem Zeitpunkt, an dem europäische KI-Unternehmen erstmals eine bemerkenswerte Dynamik zeigen. Laut Daten von Dealroom stieg die Investitionstätigkeit in europäischen KI-Unternehmen im ersten Quartal 2025 um 55 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In der ersten Jahreshälfte erreichten zwölf europäische Startups die Unicorn-Status, darunter auch Schwedens Lovable, ein KI-Entwicklungstool für Softwareentwickler, das nur acht Monate nach seiner Gründung eine Bewertung von 1,8 Milliarden Dollar erreichte. Diese Entwicklung unterstreicht das wachsende Vertrauen in die europäische KI-Ökosysteme und die Fähigkeit regionaler Unternehmen, global wettbewerbsfähig zu sein. Die hohe Bewertung von Mistral spiegelt nicht nur das technologische Potenzial des Unternehmens wider, sondern auch die strategische Bedeutung von Open-Source-Modellen in der europäischen KI-Strategie. Im Gegensatz zu den geschlossenen Systemen großer US-Player wie OpenAI oder Google setzt Mistral auf Transparenz und lokale Kontrolle – ein Ansatz, der in Europa besonders gefragt ist, wo Datenschutz und regulatorische Unabhängigkeit hohe Priorität genießen. Zudem profitiert das Unternehmen von der zunehmenden EU-Initiative zur Stärkung der eigenen KI-Infrastruktur, etwa durch das EU AI Act und die Förderung von nationalen KI-Clustern. Industrielle Experten sehen in der Bewertung von Mistral ein klares Signal für die Reife des europäischen KI-Marktes. „Mistral zeigt, dass Europa nicht nur Nachzügler sein muss, sondern mit klarem Fokus auf Open Source und europäischer Datenhoheit auch Vorreiter werden kann“, sagt ein Analyst von a16z. Andere befürchten jedoch, dass die hohen Bewertungen mit realen Umsätzen und nachhaltigen Geschäftsmodellen nicht Schritt halten. Dennoch bleibt Mistral ein Schlüsselakteur im europäischen KI-Wettlauf – nicht nur wegen seiner Technologie, sondern auch wegen seiner Rolle als Symbol für eine unabhängige, auf europäische Werte ausgerichtete KI-Entwicklung.
