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Landwirtschaft

Sorghum stärkt europäische Landwirtschaft im Klimawandel

Eine aktuelle Studie des französischen Forschungsinstituts INRAE in Zusammenarbeit mit AgroParisTech untersucht das Potenzial von Sorghum als klimaresiliente Alternative zum Mais in der europäischen Viehfütterung. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Earth’s Future veröffentlicht und basieren auf maschinenlernbasierten Simulationen, die historische Ertragsdaten mit zwanzig Klimamodellszenarien für die Zeiträume bis 2050 und 2100 verknüpfen. Vor dem Hintergrund zunehmender Dürren und wasserknapper Ressourcen in Europa, wo Mais traditionell den Hauptanteil an Futtermitteln liefert, doch 38 Prozent der französischen Bewässerungslandfläche allein für den Maisanbau beansprucht, rücken wärmetolerante und trockenisstere Kulturen in den Fokus. Derzeit liegt die Anbaufläche von Sorghum in Europa bei lediglich 0,1 Prozent. Die Modellierungen zeigen, dass der Klimawandel die Sorghum-Erträge auf dem Kontinent insgesamt positiv beeinflussen wird. Prognosen zufolge steigen die Durchschnitterträge von aktuell drei Tonnen pro Hektar auf 3,4 bis 3,8 Tonnen im späten 21. Jahrhundert. Während nordeuropäische Regionen von signifikant höheren Erträgen profitieren, sind im südeuropäischen Raum leichte Einbußen zu erwarten. Insgesamt dehnen sich geografische Gebiete mit stabiler und hoher Sorghum-Produktion von 22 auf bis zu 34 Prozent der europäischen Ackerfläche aus. Rechnerisch könnte Sorghum bei einer Fruchtfolge von einem Drittel der Fläche bis zu 90 Prozent des derzeit für die Tierfütterung eingesetzten Maises ersetzen. Die Forschung unterstreicht, dass eine verstärkte Nutzung von Sorghum die europäische Landwirtschaft erheblich anpassungsfähiger an klimatische Extreme macht. Insbesondere in Frankreich ließen sich durch den Umstieg beträchtliche Wassermengen einsparen, die anschließend für andere Nutzpflanzen zur Steigerung der Futterautarkie bereitgestellt werden könnten. Die Studie markiert einen wichtigen Schritt hin zu diversifizierten, ressourcenschonenden Anbausystemen, die sowohl der Nahrungsmittelsicherheit dienen als auch den ökologischen Fußabdruck der europäischen Agrarwirtschaft reduzieren.

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