Tech-Aktien fallen: Investoren zweifeln an KI-Gewinnen
Der anhaltende Abverkauf an den US-Technologiemärkten hat sich am Dienstag auf den zweiten Handelstag ausgeweitet. Auslöser ist zunehmende Anlegerkritik bezüglich der Fähigkeit von Technologieunternehmen, die massiven Investitionen in künstliche Intelligenz durch entsprechend hohe Gewinne zu rechtfertigen. Der technologiebelastete Nasdaq Composite verlor 628 Punkte, was einem Rückgang von 2,4 Prozent auf 25.537 entspricht. Damit schloss der Index einen weiteren Verlusttag ein, nachdem er bereits am Vortag um 1,3 Prozent gefallen war. Der Dow Jones Industrial Average schwächelte um 305 Punkte auf 51.407, während der S&P 500 mit 1,6 Prozent Einbußen deutlich unter Druck geriet. Monatelang hatten spekulative Erwartungen auf KI-getriebenes Wachstum die Kurse auf Rekordniveaus getrieben. Nun fordern die Märkte konkrete Belege für eine Profitabilität, die das milliardenschwere Investitionsvolumen widerspiegelt. Besonders die Titel, die den früheren Marktboom antrieben, zeigten sich anfällig. Die Bewertung von SpaceX geriet erneut in die Kritik; die Aktie sank um 2,7 Prozent auf 150,51 US-Dollar und folgte auf einen Kurseinbruch von 16 Prozent am Vortag. Insgesamt rutschte der Kurs um vier Handelstage, während die Marktkapitalisierung der Firma weiterhin über 2.000 Milliarden Dollar liegt. Auch die Halbleiter- und Softwarebranche musste Verluste hinnehmen: Nvidia notierte 3,4 Prozent tiefer, Broadcom fiel um 2,4 Prozent und Alphabet verlor vorübergehend 1,2 Prozent. Finanzanalysten deuten die Kurseinbußen als natürliche Marktberichtigung. Nigel Green, CEO des Beratungsunternehmens deVere Group, betonte, dass die Märkte die KI-Investitionen lange Zeit unkritisch als rein positiven Faktor betrachtet hätten. Die Anleger verlangten nun Nachweise dafür, dass die beispiellosen Ausgaben auch zu vergleichbaren Gewinnen führen. Bret Kenwell von eToro ergänzte, dass eine übergeordnete Schwäche sowie globale Volatilität im Technologiesektor ebenfalls auf die US-Wertpapiere abfärben. Trotz der scharfen Verluste zeichne sich kein generelles Marktpanik ab. Die Verschiebung von bloßen Versprechungen hin zu messbarer Profitabilität sei eine unbequeme, aber letztlich gesunde Anpassung der Marktstimmung, die den Fundamentaldienst der Kurse wiederherstellen soll.
