Microsoft meldet 40% Azure-Wachstum
Microsoft übertraf in seinem Geschäftsjahr drittes Quartal die Erwartungen der Analysten deutlich und meldete ein kräftiges Wachstum, getrieben vor allem durch den Cloud-Bereich. Der Umsatz stieg um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während der Nettogewinn von 25,82 Milliarden auf 31,78 Milliarden US-Dollar anstieg. Obwohl die Aktienkurse an der Börse am Handelstag leicht um ein Prozent fielen, zeigte das Ergebnis die robuste finanzielle Gesundheit des Technologie-Giganten. Der wichtigste Wachstumstreiber war das Segment Azure und andere Cloud-Dienste. Der Umsatz in diesem Bereich explodierte um 40 Prozent und lag damit über den Prognosen der Experten. Insgesamt belief sich der Umsatz des Intelligent Cloud-Segments auf 34,68 Milliarden Dollar. Die künstliche Intelligenz (KI) entwickelt sich zur zentralen Einnahmequelle: Der jährliche Umsatz aus KI-Aktivitäten erreichte erstmals 37 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 123 Prozent entspricht. CEO und CFO Amy Hood hob in einem internen Schreiben an die Mitarbeiter hervor, dass die Kunden KI zunehmend in ihre Geschäftsprozesse integrieren. Auch im Bereich Produktivität und Geschäftsprozesse, der Software wie Office, LinkedIn und Dynamics umfasst, verzeichnete das Unternehmen mit 35,01 Milliarden Dollar einen Anstieg von 17 Prozent. Besonders die Einführung des KI-Assistenten Copilot für Microsoft 365 zeigt starke Akzeptanz; die Zahl der kommerziellen Lizenzen stieg von 15 Millionen im Januar auf über 20 Millionen Sitze. Auch LinkedIn und Bing Suchwerbung verzeichneten solide Wachstumsraten. Im Gegensatz dazu fiel der Bereich „Mehr persönlicher Computing", zu dem Windows, Xbox, Surface-Geräte und die Bing-Suchwerbung gehören, um ein Prozent auf 13,19 Milliarden Dollar. Der Umsatz mit Windows-Lizenzen für Gerätehersteller sank um zwei Prozent, während der allgemeine PC-Markt leicht wuchs. Dennoch meldete Microsoft für dieses Segment ein Ergebnis, das die Erwartungen der Analysten übertraf. Die Ausgaben für Kapitalanlagen, insbesondere für GPUs und Rechenzentren zur Unterstützung der KI-Infrastruktur, stiegen im Quartal um 49 Prozent auf 31,9 Milliarden Dollar. Dies spiegelt die hohe Investitionstätigkeit wider, um die Nachfrage nach KI-Leistung zu decken. Microsoft verzeichnet zudem einen Anstieg der verbleibenden Leistungspflicht in der Geschäftsabwicklung auf 627 Milliarden Dollar, was auf eine starke Pipeline an abgeschlossenen Verträgen hindeutet. Begleitet wurde die Quartalsmitteilung von personellen Umstrukturierungen. Der langjährige Leiter der Office-Software, Rajesh Jha, sowie der Gaming-Chef Phil Spencer kündigten ihren Rückzug an. Die internen Maßnahmen zielen darauf ab, Teams zu verdichten und die Effizienz zu steigern. Zuvor bot Microsoft in den USA Entlassungen an, was etwa 7 Prozent der US-Belegschaft betraf, um Kosten zu senken und den Fokus auf KI zu schärfen. Trotz der positiven Zahlen bleibt die Stimmung an der Börse etwas verhalten. Microsoft-Aktien haben im Jahr 2026 bis Mitte April bereits etwa 12 Prozent an Wert verloren, was auf Bedenken der Investoren zurückzuführen ist, dass massive KI-Investitionen möglicherweise nicht die gewünschten Renditen liefern werden. Die vierten Quartalsergebnisse von Microsoft, Alphabet, Amazon und Meta stehen im Kontext größerer makroökonomischer Sorgen, wie steigender Energiekosten und Lieferkettenstörungen infolge geopolitischer Spannungen. Dennoch erwartet das Unternehmen für das kommende Quartal, das traditionell das stärkste ist, eine Fortsetzung des Erfolgs.
