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vor 2 Monaten
Open Source

Flipper Devices stellt die Open-Source-Linux-Plattform Flipper One vor

Das Entwicklerteam hinter dem beliebten Flipper Zero kündigt mit dem Flipper One ein völlig neues, hochambitioniertes Projekt an. Anders als das bisherige Gerät, das sich auf Offline-Protokolle der Netzwerkschicht 0 konzentriert, ist das Flipper One eine offene Linux-Plattform für die Netzwerkschicht 1. Es handelt sich nicht um eine Upgrade-Version, sondern um ein eigenständiges System für komplexere Aufgaben wie IP-Netzwerkanalyse, Software-defined Radio (SDR) und lokale KI-Anwendungen. Das Gerät verfügt über leistungsstarke Hardware, darunter fünf unabhängige Netzwerkschnittstellen wie Gigabit-Ethernet, Wi-Fi 6E und die Möglichkeit, über einen M.2-Steckplatz 5G-Modems oder Satelliten-NTN-Module nachzurüsten. Ein zentrales Versprechen des Flipper One ist die vollständige Offenheit auf Software-Ebene. Im Gegensatz zur oft intransparenten ARM-Linux-Bewegung, die auf proprietäre Treiber setzt, arbeitet das Team mit der Firma Collabora zusammen, um den Rockchip RK3576-Prozessor direkt in den Mainline-Linux-Kernel zu integrieren. Ziel ist es, ein System zu schaffen, das ohne herstellerspezifische Software-Pakete auskommt und sofort mit dem neuesten Linux-Kernel von kernel.org funktioniert. Zwar sind noch Lücken in der Unterstützung bestimmter Beschleuniger wie des NPUs für künstliche Intelligenz vorhanden, doch das Team strebt an, diese gemeinsam mit der Community zu schließen. Um diesen Prozess noch transparenter zu gestalten, wird ein Developer Portal eingeführt, das als öffentliche Wiki fungiert. Dort sind nicht nur fertige Dokumente, sondern auch offene Debatten, teilweise abgeschlossene Pläne und Fehlerberichte einsehbar. Das Team sucht aktiv nach Unterstützung für verschiedene Bereiche, darunter Hardware-Design, mechanische Konstruktion, Firmware-Entwicklung und Benutzeroberflächen. Eine neue Rolle als Community- und Portalmanager soll die Verbindung zwischen den Entwicklern und den Mitwirkenden stärken. Die Software-Struktur des Geräts umfasst das Flipper OS, ein auf Debian basierendes System, das Profilschnappschüsse ermöglicht. Damit können Nutzer zwischen verschiedenen Konfigurationen wechseln, ohne das Betriebssystem neu installieren zu müssen. Ergänzt wird dies durch FlipCTL, ein Framework für die Gestaltung benutzerfreundlicher Menüoberflächen auf kleinen Displays, das es auch anderen Einsteckrechnern erleichtern soll, eine intuitive Schnittstelle ohne schwere Desktop-Umgebungen zu nutzen. Die Hardware ist modular aufgebaut und unterstützt diverse Erweiterungen. Über den M.2-Steckplatz können Komponenten wie SSDs, SDR-Module oder 5G-Modems integriert werden. Für einfachere DIY-Projekte stehen zusätzliche GPIO-Anschlüsse zur Verfügung. Das Team plant zudem die Veröffentlichung von 3D-Modellen für Gehäuse und Halterungen, um die Community zu eigenen Erweiterungen zu ermutigen. Technisch setzt das Gerät auf eine Zwei-Prozessor-Architektur. Ein leistungsstarker CPU läuft Linux, während ein Mikrocontroller (MCU) parallel läuft, um das Display, die Tasten und die Stromverwaltung auch dann zu steuern, wenn das Hauptsystem heruntergefahren ist. Diese Architektur soll eine effiziente Nutzung der Energie und eine höhere Zuverlässigkeit gewährleisten. Das Team betont, dass trotz großer Hoffnungen auch Unsicherheiten und finanzielle Risiken bestehen, etwa durch Engpässe bei RAM-Chips. Sie laden die Community ein, Teil dieses Abenteuers zu werden, um gemeinsam eine derartige Technologie zu realisieren, die als universelles Werkzeug für Netzwerke, Sicherheit und mobile Arbeit dienen soll.

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