„Tokenmaxxing" verlässt Silicon Valley: Visa verbucht 1,9 Billionen monatliche KI-Aufrufe, Unternehmen erhöhen ihre KI-Investitionen im Wettlauf
Ein Phänomen namens „Tokenmaxxing" breitet sich von Silicon Valley auf traditionelle Unternehmen aus und äußert sich darin, dass die Menge der verbrauchten AI-Tokens als Indikator für den Nutzungsumfang und die Fähigkeiten präsentiert wird. Der weltweit größte Zahlungsdienstleister Visa hat kürzlich bekannt gegeben, dass sein monatlicher Verbrauch an AI-Token bis März 2026 bereits 1,9 Billionen erreicht hatte – eine Verdopplung gegenüber dem Vormonat Februar –, was das rasante Aufkommen unternehmensweiter KI-Anwendungen verdeutlicht. Visa betont jedoch, dass ihr Fokus nicht allein auf dem bloßen Umfang der Aufrufe liegt, sondern auf den tatsächlichen geschäftlichen Ergebnissen durch KI. Das Unternehmen beginnt nun Teams zu belohnen, die KI effizient nutzen, um ihre Arbeitseffizienz zu steigern. Rajat Taneja, Präsident der Technologie bei Visa, erklärte: „Es geht vor allem um das Ausmaß des Einflusses, nicht nur um die reine Nutzungsquantität." Derzeit ist KI in Visa weit verbreitet integriert; während die Softwareentwicklungsabteilung weiterhin den höchsten Token-Verbrauch aufweist, beschleunigen auch Geschäftsbereiche wie Marketing deren Adoption. Beispielsweise nutzte das Marketingteam KI zur Generierung kreativer Werbeanzeigen, indem es Skiszenerien mit Straßen am italienischen Amalfiküste kombinierte, wodurch die Effizienz der Inhaltserstellung gesteigert wurde. Auf Ebene konkreter Tools verwenden Mitarbeiter hauptsächlich verschiedene KI-Assistenten, darunter Claude, ChatGPT sowie Google Gemini. Dabei sind Claude und ChatGPT besonders häufig im Einsatz. Daten zeigen, dass etwa 89 % der Visa-Mitarbeiter aktive Nutzer von KI sind; davon gelten 44 % als „Schweranwender", definiert als mindestens 15 Tage pro Monat mit über 25 Anfragen täglich. Dieser Trend ist kein Einzelfall. JPMorgan Chase verfolgt derzeit die KI-Nutzung seiner Mitarbeitenden, während IKEA einen KI-Assistenten eingeführt hat, um kreative Arbeiten der Beschäftigten zu unterstützen. Gleichzeitig schreitet innerhalb der Tech-Branche selbst die Inszenierung großer AI-Nutzungsmaße weiter voran; so erreichten beispielsweise Meta-Angestellte einmalige monatliche Token-Konsummengen von 60 Billionen. Fachleute gehen davon aus, dass KI zunehmend zum grundlegenden Produktivitätsinstrument avanciert und der „Tokenverbrauch" sich zu einem neuen Maßstab für digitale Unternehmensfähigkeiten entwickelt, was eine tiefgreifende Transformation der Produktionsweisen ankündigt.
