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Anthropic kauft Claude-gestützte Ein-Personen-Biotech

Anthropic hat am 27. Oktober neue Forschungsergebnisse zum Einsatz von Claude in der Biopharmazie veröffentlicht und dabei die im Juli geschlossene Übernahme von Mithril Medicine bestätigt. Das in Cambridge ansässige Unternehmen entwickelt Medikamente gegen seltene genetische Erkrankungen und beschäftigte vor der Übernahme nur eine Vollzeitkraft. Anthropic beschreibt das Modell als Pipeline-in-a-Person: Gründer Cody Tranbarger koordinierte über Claude elf externe Labore, Verträge, Datenströme und Projektaufgaben, während wissenschaftliche Arbeit durch Auftragslabore und Berater erledigt wurde. In weniger als 18 Monaten wurde ein Kandidat für die LAMA2-assoziierte kongenitale Muskeldystrophie bis zu Mausstudien gebracht. In kurzen Versuchen zeigten behandelte Tiere etwa doppelte Griffkraftwerte und eine verbesserte Überlebensrate. Beide bestehenden Mithril-Projekte, darunter eines zu α-Dystroglycanopathie, sind nun die ersten internen Pharma-Projekte von Anthropic. Tranbarger, der sich auf X als Biotech-Blogger Professor Oak zu erkennen gab, wechselte in das Life-Science-Team von Anthropic und soll weitere Programme für seltene Kinderkrankheiten aufbauen. Nach aktuellem Plan sollen bis 2027 finale Kandidaten ausgewählt werden; mögliche klinische Studien könnten 2028 beziehungsweise 2029 beginnen. Parallel stellte Anthropic frühe Erfolge mit sechs externen Partnern vor. Generate Biomedicines verkürzte mit Claude Code einen CAR-T-Signalbereich um rund 70 Prozent und erreichte etwa zehnfache Rezeptorexpression. Divergence Labs ließ in einem Monat 35.000 Antikörperdesigns für Nahrungsmittelallergien generieren. BigHat Biosciences testete in zehn Wochen 1.010 Varianten und erhielt teils mehr als zehnfach stärkere Bindungen. Enveda kürzte die Prüfung von Produktionsdokumenten um 89 Prozent und erstellte zwei regulatorische Dokumente teils in Stunden statt Monaten. Bristol-Myers Squibb prüft den Einsatz bei klinischen Studienplänen, und The Column Group unterstützt das neue Unternehmen Pleiades zur parallelen Steuerung mehrerer Projekte. Die Ergebnisse bleiben überwiegend präklinisch. Ob generative Modelle reale Entwicklungszeiten und Kosten senken, muss sich in späteren Studienvalidierungen zeigen. Kaufpreis und Investitionen nannte Anthropic nicht.

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