Gericht weist Klage von Musk gegen Altman ab
Ein kalifornischer Bundesrichter hat die Klage von Elon Musks KI-Start-up xAI gegen OpenAI abgewiesen, was eine erhebliche Niederlage für Musk und eine Erleichterung für Sam Altman darstellt. In seiner Entscheidung vom Dienstag wies Richterin Rita Lin die Klage ab, da xAI keine konkreten Beweise dafür vorlegen konnte, dass OpenAI entweder die ehemaligen Mitarbeiter dazu angehalten hatte, geheime Informationen zu stehlen oder dass diese Informationen tatsächlich missbraucht wurden. „Besonders auffällig ist, dass keine Vorwürfe gegen OpenAI selbst erhoben werden“, schrieb Lin. Stattdessen berief sich xAI lediglich auf acht ehemalige Mitarbeiter, die von xAI zu OpenAI gewechselt waren – eine Tatsache, die nach Ansicht der Richterin allein keine rechtliche Verletzung darstelle. Die Klage hatte behauptet, OpenAI betreibe eine „tiefgreifende, unfaire und rechtswidrige Kampagne“, um durch gezieltes Personalrecruiting Zugang zu vertraulichen Daten rund um den Chatbot Grok zu erlangen. Insbesondere wurden frühere Entwickler und ein Finanzexperte genannt, deren Wechsel xAI als Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen interpretierte. Zwei ehemalige Mitarbeiter sollen zudem selbst zugestanden haben, Informationen gestohlen zu haben. OpenAI lehnte diese Vorwürfe entschieden ab und bezeichnete die Klage als Teil einer jahrelangen „Harassment-Kampagne“ Musks. In einer Stellungnahme auf X (früher Twitter) begrüßte OpenAI die Entscheidung und betonte, dass die Klage keine substantiellen Beweise enthalte. Die Firma argumentierte, dass xAI keine Tatsachen vorgelegt habe, die belegten, dass OpenAI tatsächlich geheime Informationen erhalten oder weitergegeben habe. OpenAI forderte die Klage daher als rechtlich nicht haltbar an. Die Richterin gab xAI bis zum 17. März Zeit, eine überarbeitete Klage einzureichen, um die mangelnden Beweisführungen zu beheben – eine Chance, die Musk’s Unternehmen nun nutzen kann. Die Entscheidung ist Teil eines zunehmend eskalierenden Rechtsstreits zwischen den beiden Tech-Magnaten. Schon im Vorjahr hatte Musk OpenAI und Apple wegen Monopolverdachts verklagt. Zudem hatte er Altman und OpenAI wegen der Umwandlung in eine for profit-Struktur und Verletzung des ursprünglichen Non-Profit-Ziels verklagt. OpenAI hatte daraufhin eine Gegenklage eingereicht, in der sie Musk der systematischen Belästigung beschuldigte. Der Prozess zur Gegenklage ist für April anberaumt. In der Branche wird die Entscheidung als wichtiger Schritt zur Klärung der Grenzen von Personalwechseln in der KI-Industrie gewertet. Experten betonen, dass der Wechsel von Fachkräften zwischen Konkurrenten normal ist, solange keine geheimen Informationen übertragen werden. Die Klage von xAI wurde von vielen als strategisches Mittel zur Unterdrückung von Talentflucht gesehen. OpenAI, gegründet 2015 von Altman, Musk und anderen, hat sich mit ChatGPT zu einem der führenden KI-Unternehmen entwickelt. xAI, gegründet 2023 von Elon Musk, verfolgt einen ähnlichen Weg mit dem Ziel, eine „allumfassende KI“ zu schaffen. Die rechtliche Auseinandersetzung zeigt, wie intensiv der Wettbewerb um KI-Technologie und -Talente geworden ist.
